Bericht der Krankenkassen: 

netzeitung.deDeutsche melden sich wieder öfter krank

 Herausgeber: netzeitung.de

Die Deutschen blieben 2007 wieder öfter zu hause (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Deutschen blieben 2007 wieder öfter zu hause
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Im letzten Jahr waren die Deutschen durchschnittlich 16,3 Tage krankgeschrieben. Das ist ein Tag mehr als 2006. Beschäftigte in der Abwasser- und Abfallbeseitigung haben besonders hohe Fehlzeiten.

Die Beschäftigen in Deutschland haben sich 2007 erstmals seit Jahren wieder häufiger krankgemeldet. So stieg der Krankenstand bei den 9,5 Millionen AOK-Versicherten Arbeitnehmern von 4,2 Prozent auf 4,5 Prozent, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) am Montag in Bonn berichtete. Im Schnitt waren die Arbeitnehmer 16,3 Kalendertage krankgeschrieben, 2006 waren es noch 15,4 Tage. Damit stieg die Zahl der krankheitsbedingt ausgefallenen Arbeitstage um 5,5 Prozent.

In fast allen Branchen habe man 2007 gestiegene Fehlzeiten verzeichnet, sagte der Forschungsbereichsleiter im Wido, Helmut Schröder. Der Anstieg sei hauptsächlich auf eine Zunahme von Infektionen und Krankheiten des Atmungssystems zurückzuführen, auch psychische Erkrankungen hätten vermehrt zu Ausfallzeiten geführt. In den vergangenen Jahren ging der Krankenstand in den Betrieben stets zurück, 2006 erreichten die Fehlzeiten den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Dennoch sagte Schröder, es sei verfrüht, von einer Trendwende in der Krankenstandsentwicklung zu sprechen. «Trotz des Anstiegs liegt der Krankenstand im Vergleich zu den 90er Jahren nach wie vor auf niedrigem Niveau.»

Mehr Fehlzeiten wegen pschychischer Erkrankungen
Besonders hohe Ausfallzeiten gab es dem Institut zufolge unter anderem in der Abwasser- und Abfallbeseitigung mit durchschnittlich 22,8 Tagen Fehlzeit pro AOK-Mitglied, der Metallerzeugung und -verarbeitung mit 19,8 Tagen, der Autoindustrie mit 18,9 Tagen und der öffentlichen Verwaltung mit 18,7 Tagen. Besonders niedrige Fehlzeiten wiesen hingegen Branchen wie die Datenverarbeitung mit durchschnittlich 9,1 Tagen, das Kreditgewerbe mit 11,1 Tagen, Forschung und Entwicklung mit 12,7 Tagen und der Einzelhandel mit 13,2 Tagen auf.

Häufigste Gründe für die Fehlzeiten waren Muskel- und Skeletterkrankungen mit 24,2 Prozent, Verletzungen mit 12,8 Prozent, Atemwegserkrankungen mit 12,5 Prozent und psychische Erkrankungen mit 8,1 Prozent. Die Fehlzeiten wegen psychischer Erkrankungen nahmen in den vergangenen Jahren besonders stark zu, seit 1997 stieg die Zahl der dadurch bedingten Ausfalltage um 62,3 Prozent. Frauen sind davon häufiger betroffen als Männer. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten war 2007 mindestens einmal krankgeschrieben, wie das Institut berichtete. Bei 4,2 Prozent aller Arbeitsunfähigkeiten handelte es sich um Langzeitfälle, die sich über mehr als sechs Wochen erstreckten. Diese verursachten 38,8 Prozent des gesamten Arbeitsunfähigkeits-Volumens. (AP)