Ruanda ist weiterhin der Staat mit dem höchsten Frauenanteil im Parlament: 48,8 Prozent. Es folgen Schweden mit 47, Finnland mit 41,5 und Argentinien mit 40 Prozent. Am Ende der Liste rangieren sieben Staaten, in denen weniger als drei Prozent Frauen im Parlament vertreten sind. Acht Staaten haben überhaupt keine weiblichen Abgeordnete: Saudi-Arabien, Katar und Oman sowie die pazifischen Inselstaaten Mikronesien, Nauru, Palau, Solomon-Inseln und Tuvalu. Ein hoher Frauenanteil wurde nach Angaben Johnssons mit Ausnahme von drei Ländern durch Einführung eines Quotensystems erreicht. Nur in Finnland, Dänemark und Kuba wurden auch ohne Quote viele Frauen ins Parlament gewählt. Auch bei Staatsoberhäuptern und Regierungsmitgliedern beklagt die IPU eine Unterrepräsentanz von Frauen. Gerade mal sieben von 150 gewählten Staatsoberhäuptern sind weiblich, nur acht von 192 gewählten Regierungschefs sind Frauen.
Immerhin stellte die IPU einen stärken Trend zu mehr Frauen in Ministerämtern fest. In Finnland sind 57,9 Prozent der Kabinettsmitglieder Frauen, in Norwegen 55,6 Prozent und in Grenada 50 Prozent. Schweden, Frankreich, Südafrika, Spanien, die Schweiz und Chile haben mehr als 40 Prozent Frauen in Ministerpositionen. Die jamaikanische Sharon Hay Webster wies aber darauf hin, dass 91 Frauen Ministerin für soziale Angelegenheiten sind, aber nur 19 das Wirtschaftsressort und 17 Finanzministerin sind. «Ich denke, wenn wir mehr Frauen in der Exekutive auf die Ebene von Entscheidsbefugnis (für Finanzen und Wirtschaft) bringen, werden wir das Gesicht der Armut ändern.» (AP)