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Gleichberechtigung im Beruf: 

Frauen sind in Parlamenten die Ausnahme

01. Mrz 2008 15:13
Die Gleichberechtigung ist noch nicht in den Parlamenten angekommen
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Ruanda ist der Staat mit den meisten Frauen im Parlament. Dennoch: Der Jahresbericht der Inter-Parlamentarischen Union klingt pessimistisch: «Die Parität werden wir nicht vor 2050 erreichen.»

Die Zahl der Frauen in den Parlamenten in aller Welt hat zwar einen Rekord erreicht, der Anstieg bleibt aber hinter den Erwartungen zurück. Der Präsident der Inter-Parlamentarischen Union (IPU), Anders Johnsson, sagte auf einer Pressekonferenz zum Jahresbericht seiner Organisation am Freitag in New York, am 1. Januar seien 17,7 Prozent der Abgeordneten weltweit Frauen gewesen. Ende 2005 seien es 16,3 und im Dezember 2004 noch 15,7 Prozent gewesen.

Bei diesem Wachstum werde die Geschlechterparität in den Parlamenten der Welt «nicht vor 2050 erreicht». Es gebe zwar einen Fortschritt, «aber wenn Sie mich fragen handelt es sich um einen sehr langsamen Fortschritt». Die UN-Frauenkonferenz 1995 in Peking hatte das Ziel ausgegeben, das wenigstens 30 Prozent der Abgeordneten in Parlamenten Frauen sein sollten. Nach IPU-Angaben haben gerade mal 20 Staaten diese Marke erreicht - das bedeutet keine Veränderung gegenüber 2005. Vier dieser Länder haben sogar einen Frauenanteil von mehr als 40 Prozent.

Als Staatsoberhäuter unterrepräsentiert

Ruanda ist weiterhin der Staat mit dem höchsten Frauenanteil im Parlament: 48,8 Prozent. Es folgen Schweden mit 47, Finnland mit 41,5 und Argentinien mit 40 Prozent. Am Ende der Liste rangieren sieben Staaten, in denen weniger als drei Prozent Frauen im Parlament vertreten sind. Acht Staaten haben überhaupt keine weiblichen Abgeordnete: Saudi-Arabien, Katar und Oman sowie die pazifischen Inselstaaten Mikronesien, Nauru, Palau, Solomon-Inseln und Tuvalu.

Ein hoher Frauenanteil wurde nach Angaben Johnssons mit Ausnahme von drei Ländern durch Einführung eines Quotensystems erreicht. Nur in Finnland, Dänemark und Kuba wurden auch ohne Quote viele Frauen ins Parlament gewählt. Auch bei Staatsoberhäuptern und Regierungsmitgliedern beklagt die IPU eine Unterrepräsentanz von Frauen. Gerade mal sieben von 150 gewählten Staatsoberhäuptern sind weiblich, nur acht von 192 gewählten Regierungschefs sind Frauen.

Immerhin stellte die IPU einen stärken Trend zu mehr Frauen in Ministerämtern fest. In Finnland sind 57,9 Prozent der Kabinettsmitglieder Frauen, in Norwegen 55,6 Prozent und in Grenada 50 Prozent. Schweden, Frankreich, Südafrika, Spanien, die Schweiz und Chile haben mehr als 40 Prozent Frauen in Ministerpositionen. Die jamaikanische Sharon Hay Webster wies aber darauf hin, dass 91 Frauen Ministerin für soziale Angelegenheiten sind, aber nur 19 das Wirtschaftsressort und 17 Finanzministerin sind. «Ich denke, wenn wir mehr Frauen in der Exekutive auf die Ebene von Entscheidsbefugnis (für Finanzen und Wirtschaft) bringen, werden wir das Gesicht der Armut ändern.» (AP)

 
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