Verdi fordert acht Prozent mehr Lohn
19.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die Gewerkschaft Verdi will 2008 erhebliche Lohnsteigerungen im Öffentlichen Dienst durchsetzen. Sie fordert acht Prozent mehr Geld von Bund und Ländern.
Die Bundestarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen acht Prozent höhere Einkommen. Zumindest sollen die Löhne und Gehälter von Januar an um 200 Euro angehoben werden, teilte der saarländische Landesleiter der Gewerkschaft, Alfred Staudt, am Mittwoch in Saarbrücken mit. Er bestätigte eine entsprechenden Bericht der Online-Ausgabe der «Bild»- Zeitung.
Die Verhandlungen sollen am 10. Januar beginnen. Nach Ansicht von Staudt steht in der Tarifrunde 2008 eine der härtesten Auseinandersetzungen im öffentlichen Dienst bevor.
Die anhaltend gute konjunkturelle Entwicklung führe zu erheblichen Steuermehreinnahmen, sagte Staudt der Mitteilung zufolge. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren keine realen Lohnzuwächse verzeichnen können. «Jetzt sind sie mit einer deutlichen Einkommenserhöhung dran.» Die Entgelttabellen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst im Bereich der Kommunen und des Bundes wurden zum 31. Dezember 2007 gekündigt.
Schäuble erwartet «schwierige Verhandlungen»Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte nach Bekanntwerden der Lohnforderung, auch die «Beschäftigten des Bundes haben in der Vergangenheit einen Konsolidierungsbeitrag zum Bundeshaushalt geleistet. Vor diesem Hintergrund sind Forderungen nach Gehaltszuwächsen nicht überraschend.» Die von Verdi erhobene Forderung lasse jedoch «das notwendige Augenmaß vermissen». Er fügte hinzu: «Ein Tarifabschluss muss die haushaltspolitischen Möglichkeiten des Bundes beachten und darf das Konsolidierungsziel nicht gefährden. Diesen Vorgaben wird die Gewerkschaftsforderung nicht gerecht.» Schäuble sagte, er erwarte «sehr schwierige Verhandlungen».(dpa)