29.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Im November waren gut 600.000 weniger Menschen als erwerbslos registriert
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Die Arbeitslosenzahl ist im zu Ende gehenden Monat stärker gesunken als zuvor von Experten erwartet. Der letzte November mit so wenig registrierten Erwerbslosen liegt 15 Jahre zurück.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November um 55.000 auf 3,378 Millionen gesunken. Das waren 617.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Zuvor hatte der neue Bundesarbeitsminister, Olaf Scholz (SPD), die Zahl im Bundestag bekannt gegeben. Es ist der niedrigste Stand in einem November seit 1992.
Bankvolkswirte hatten im Vorfeld mit einer höheren Arbeitslosenzahl von 3,42 Millionen gerechnet: Wegen des frühen Wintereinbruchs sei die Arbeit in einigen Außenberufen bereits teilweise eingestellt worden, hieß es zur Begründung. Andererseits seien jedoch die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen und die Zahl der offenen Stellen nach wie vor sehr hoch,
Die Arbeitslosenquote ging laut BA um 0,1 Punkte auf 8,1 Prozent zurück. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 9,6 Prozent gelegen. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setze sich fort, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise. «Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist im November zurückgegangen. Erwerbstätigkeit und Beschäftigung wachsen weiter, und die Zahl der offenen Stellen ist nach wie vor hoch.» Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl im November um 53.000 auf 3,60 Millionen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 37.000 ab, im Osten um 16.000.
Auf die Arbeitsmarktentwicklung könne die Koalition stolz sein, sagte Arbeitsminister Scholz. Die Reform-Agenda zeige nun Wirkung, und man könne sagen: «Wir waren erfolgreich.» Scholz bekräftigte seinen Ehrgeiz, die Zahl der Erwerbslosen in Deutschland weiter zu senken. Die Arbeitsvermittlung in Deutschland müsse die«leistungsfähigste Institution werden, auf die Menschen angewiesen sind in diesem Lande».
BA: Lage wird sich 2008 weiter entspannenBA-Chef Weise rechnet auch für 2008 mit einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Trotz des hohen Ölpreises und der Dollarschwäche werde die Zahl der Erwerbslosen im nächsten Jahr weiter sinken, sagte er in Nürnberg. Entscheidend sei, dass die Auftragsbücher der Unternehmen gefüllt seien und die Firmen in der ersten Jahreshälfte voll ausgelastet seien. Für das Gesamtjahr 2008 rechnet Weise mit einer durchschnittlichen Arbeitslosigkeit von 3,5 Millionen nach voraussichtlich 3,8 Millionen in diesem Jahr.
Zugleich teilte das Statistische Bundesamt mit, dass die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland im Oktober auf rund 40,26 Millionen gestiegen sei und damit einen Höchststand erreicht habe. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr betrug 688.000 Personen oder 1,7 Prozent. Gegenüber dem September legte die Zahl der Erwerbstätigen um 207.000 Personen oder 0,5 Prozent zu, saisonbereinigt waren es 33.000 Erwerbstätige mehr. Ihre Zahl hatte im September erstmals 40 Millionen überschritten. Die Berechnung beruht auf dem Konzept der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. (dpa/AP)