20. Nov 2007 13:29
Die Union hat einen Tarif-Mindestlohn für den Briefsektor abgelehnt - mit womöglich teuren Folgen. Die Post-Konkurrenz müsste auch so viel höhere Löhne zahlen, so das Arbeitsministerium mit Verweis aufs Postgesetz.
Zöge man etwa den Einstiegstarif der Deutschen Post im Briefbereich heran – dort werden stündlich 11,43 Euro gezahlt –, müssten die Rivalen zumindest 10,29 Euro pro Stunde zahlen. Über alle Lohngruppen hinweg wird bei der Post im Briefbereich 11,61 Euro gezahlt, wie SPD-Arbeitsmarktexperte Barthel im Gespräch mit der der Netzeitung erläuterte. Damit müssten die Konkurrenten wenigstens 10,45 Euro zahlen.Zum Vergleich: Der zwischen dem Arbeitgeberverband Postbedienstete und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelte Tarifvertrag, der als Grundlage für den Post-Mindestlohn dienen sollte, sieht Stundenlöhne zwischen 8,00 und 9,80 Euro vor. Die Übernahme des Vertrags und damit dieser Mindestsummen in das Entsendegesetz für die Postzusteller war am Widerstand der Union gescheitert, was zu Ärger mit der SPD und ihrem Arbeitsminister Franz Müntefering geführt hatte.
Zurzeit zahlen die Post-Wettbewerber ihren Briefbediensteten im Schnitt nur 8,30 Euro, den Zustellern sogar nur 7,33 Euro. Die Union lehnt es ab, das Entsendegesetz für den vorliegenden Post-Tarifvertrag zu öffnen, da sie fürchtet, der Mindestlohn werde lediglich missbraucht, um mittelständische Konkurrenten der Post an die Wand zu drücken.