Mehr Überstunden dank voller Auftragsbücher
05.11.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach Einschätzung von Experten kommt auf jede bezahlte im Schnitt eine weitere unbezahlte oder statistisch nicht erfasste weitere Überstunde hinzu. Vor allem im Dienstleistungsbereich werden im Unterschied zur gewerblichen Arbeit die Überstunden oft nicht berechnet und vielfach auch nicht bezahlt. Auch bei Gleitzeit oder Arbeitszeitkonten fließen sie in der Regel nicht in die Berechnungen ein. Somit dürfte die Zahl der tatsächlich geleisteten Überstunden also doppelt so hoch sein wie in der Statistik ausgewiesen.
Wachsende Überstundenzahlen wiesen auf Auftragsspitzen hin, die viele Unternehmen nicht mehr in der regulären Arbeitszeit bewältigen könnten, erläuterte IAB-Wissenschaftler Spitznagel. «In einigen Branchen sind wohl auch Überstunden erforderlich, weil sich die Suche nach geeigneten Fachkräften als schwierig erweist», erläuterte der Fachmann. «Das ist aber nicht der Hauptgrund für den Anstieg», unterstrich er.
Auf die Kalenderwoche umgerechnet, machen die Bundesbürger im Durchschnitt dieses Jahr 1,02 Überstunden, im vergangenen waren es 0,99. Für 2008 erwarten die Experten im Schnitt 1,03 Überstunden in der Woche. Der Anstieg wird wohl etwas schwächer ausfallen, was sich aus der größeren Flexibilität der Unternehmen erklärt sowie dem weiter sinkenden Krankenstand, der in den vergangenen Jahren um fast einen Prozentpunkt auf gut drei Prozent gesunken ist.
Den höchsten Stand in den vergangenen zehn Jahren gab es im Jahr 2001 mit 1,707 Milliarden bezahlten Überstunden, was einem wöchentlichen Schnitt von 1,14 Stunden entspricht. Am wenigsten bezahlte Mehrarbeit gab es im Jahr 2005 mit 1,385 Milliarden Stunden, was einen Schnitt von 0,98 Stunden pro Woche bedeutet. (AP/dpa-AFX)

