netzeitung.deZahl der Joblosen sinkt unter 3,6 Millionen

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Immer weniger gehen zur Arbeitsagentur (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Immer weniger gehen zur Arbeitsagentur
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der deutsche Arbeitsmarkt erholt sich stärker als sogar von optimistischen Experten erwartet. Im September waren so wenige arbeitslos registriert wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September zum Vormonat um rund 162.000 auf 3,54 Millionen gesunken. Das waren 694.000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Niedriger war die Arbeitslosenzahl zuletzt im Oktober 1995.

Die Herbstbelebung sei besonders stark ausgefallen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. «Die Arbeitslosigkeit ging deutlicher zurück als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Gleichzeitig legt die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zu und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau.»

Der Abbau der Arbeitslosigkeit ist im September zwar üblich, weil Betriebe nach Beendigung der Ferien wieder verstärkt einstellen. Die günstige Entwicklung beruhe aber vor allem auf der kräftigen Konjunktur, erklärte Weise. Außerdem werde der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet.

Die Arbeitslosenquote nahm zum Vorjahresmonat um 1,7 Punkte auf 8,4 Prozent ab. Die Quote lag damit auf dem niedrigsten Wert im September seit 15 Jahren. Gegenüber dem Vormonat sank die Rate um 0,4 Punkte.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag nach der Hochrechnung der Bundesagentur zuletzt bei 26,89 Millionen, gegenüber dem Vorjahr war das ein Zuwachs von 555.000. Von der Zunahme entfalle die Hälfte auf Vollzeitstellen. Die Zahl der ausschließlich geringfügig entlohnten Beschäftigten habe 4,96 Millionen betragen, 125.000 mehr als vor einem Jahr.

In Westdeutschland waren im September 2,33 Millionen Männer und Frauen ohne Beschäftigung. Das waren 109.000 weniger als im August und 501.000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland gab es 1,2 Millionen Erwerbslose, rund 53.000 weniger als vor einem Monat und 193.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag im Westen bei 7,0 Prozent, im Osten bei 14,1 Prozent.

Beschäftigung nimmt weiter zu
Saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland im September um 50.000 auf 3,694 Millionen gesunken und ging damit deutlicher als von Experten erwartet zurück. Volkswirte hatten nur mit einem Minus von 20.000 gerechnet. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 30.000 ab, im Osten um 20.000. Die Finanzkrise in den USA scheint sich noch nicht auf die Entwicklung der Beschäftigung in Deutschland auszuwirken.

Wie zudem das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, stieg die Beschäftigung in Deutschland im August auf den höchsten Stand seit der ersten gesamtdeutschen Erhebung 1991. Nach vorläufigen Angaben der Statistiker gab es im August rund 39,71 Millionen Erwerbstätige in Deutschland, das waren 638.000 mehr als im Vorjahresmonat. (nz/dpa)