Unternehmen finden kaum noch gute Bewerber
24.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Bewerber mit Hochschulabschluss können zwar häufiger Änderungen am Arbeitsvertrag durchsetzen, niedriger Qualifizierte sind aber nicht chancenlos. So konnte immerhin jeder vierte Nicht-Akademiker im vergangenen Jahr auf seinen Arbeitsvertrag Einfluss nehmen, wie aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Düsseldorfer Hans-Böckler-Stiftung hervor geht. Bei Bewerbern mit akademischem Abschluss lag diese Quote mit gut 40 Prozent deutlich höher.
Wer auf individuelle Regelungen, beispielsweise bei der Arbeitszeit, Wert legt, kann seine Wünsche zudem in kleinen Betrieben eher durchsetzen als in Großunternehmen. So ließen knapp 30 Prozent der Arbeitgeber, die weniger als 20 Mitarbeiter beschäftigten, Änderungen am Arbeitsvertrag zu. In Großbetrieben lag der Vergleichswert lediglich bei zwei Prozent, wie aus der WSI-Studie hervor geht. Werden Stellen mit höher qualifizierten Bewerbern besetzt, haben diese sogar bei der Hälfte der Kleinbetriebe und bei knapp jedem vierten Großbetrieb eine Verhandlungschance.
Zu selbstbewusst sollten Bewerber allerdings trotz der guten Rahmenbedingungen nicht in Verhandlungen mit ihrem potenziellen Chef gehen. Wer von einer zu hohen Forderung nicht abweichen mag, landet auch mit guten Abschluss- und Arbeitszeugnissen leicht im Abseits: Fast die Hälfte der von Kienbaum befragten Personalchefs vermisst bei Bewerbern vor allem soziale Kompetenz, während nur wenige über fachliche Defizite wie fehlende Berufserfahrung (34 Prozent) und Qualifikation (21 Prozent) der Bewerber klagen. (ddp)

