netzeitung.deSo wenig Joblose wie seit 15 Jahren nicht mehr

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Zahl der Arbeitslosen sinkt im September deutlich (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zahl der Arbeitslosen sinkt im September deutlich
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Die Erholung am Arbeitsmarkt hat nach dem Sommerloch wieder Fahrt aufgenommen. Experten rechnen jedoch damit, dass spätestens Anfang 2008 die positive Entwicklung zu Ende gehen wird.

Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich nach Einschätzung von Experten dank der anhaltend kräftigen Konjunktur auch im September deutlich verbessert. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat zwischen 115.000 und 140.000 auf unter 3,6 Millionen. Die Arbeitslosenquote würde damit auf den niedrigsten Wert im September seit 15 Jahren sinken.

Im August hatte sich die Zahl der Menschen ohne Job um 10.000 auf 3,705 Millionen verringert. Die Arbeitslosenquote betrug 8,8 Prozent. «Es läuft ganz gut», beschrieb Volkswirt Steffen Henzel vom Münchner Ifo-Institut die derzeitige Entwicklung am Arbeitsmarkt. Für September erwartet er einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 140.000 im Vergleich zum Vormonat und 675.000 im Vergleich zum Vorjahr.

Die gute Konjunktur sorge weiter für einen Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sagte Henzel. Eine Gefährdung dieser Entwicklung durch die derzeitige Finanzkrise in den USA sieht er nicht. «Im Moment gibt es eventuell eine leichte Verunsicherung. Auf den Arbeitsmarkt hat das aber keine Auswirkungen», betonte er. Seiner Einschätzung nach wird sich am momentan günstigen Trend auf dem Arbeitsmarkt bis Jahresende nicht viel ändern. «Da wird keine große Bremsung stattfinden», sagte er.

Chefvolkswirt Andreas Rees von UniCredit in München sieht dies ähnlich. Er prognostizierte für September einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 120.000. Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmer sei weiterhin groß, weil die Auftragsbestände und die Kapazitätsauslastung unverändert hoch seien. Dennoch gibt Rees zu bedenken: «Es zeichnet sich auf dem Arbeitsmarkt allmählich eine Beruhigung ab.»

Das Wirtschaftswachstum habe seinen Zenit im Sommer erreicht und inzwischen überschritten. Dies werde zwar im laufenden Jahr keine Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben, wohl aber Anfang 2008. «Der Beschäftigungsaufbau wird an Fahrt verlieren», erklärt er. Neben der Konjunktur spiele hier auch eine Rolle, dass die Unternehmen bis dahin personell «satt» seien. Zudem dürften sich der schleichende Facharbeitermangel und die insgesamt abnehmende Zahl an verfügbaren Arbeitskräften durch die demographische Entwicklung allmählich bemerkbar machen.

Das hat aber auch einen positiven Nebeneffekt: «Es spricht vieles dafür, dass wir nie mehr fünf Millionen Arbeitslose haben werden», sagt Rees. Gregor Eder von der Dresdner Bank in Frankfurt rechnet mit einer Abnahme im September um 115.000 und einem Rückgang bei der Arbeitslosenquote auf 8,5 Prozent. Das wäre die niedrigste Quote in einem September seit 1992.

Neben der unverändert hohen Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist laut Eder auch das Ende der Sommerferien verantwortlich für die erneute Erholung. So würden im September zahlreiche Schul- und Universitätsabgänger eine Ausbildung antreten, die vorübergehend arbeitslos gemeldet waren. Die September-Daten gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Donnerstag in Nürnberg bekannt. (AP)