Viele können von 40-Stunden-Woche nur träumen
17.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
«Die tariflichen Arbeitszeitvereinbarungen sagen immer weniger über die tatsächliche Arbeitszeit aus», sagte die wissenschaftliche Leiterin der Befragung, Beate Beermann, anlässlich der Arbeitsschutzmesse «A+A 2007». Ab und zu samstags zu arbeiten, gehöre für zwei Drittel der Beschäftigten zum Alltag. An Wochenende falle mindestens gelegentlich für 70 Prozent der Samstag und für 40 Prozent der Sonntag als Ruhetag aus.
Mehr als 50 Prozent fühlten sich zudem bei ihrer Arbeit gestört: Die von ihnen erwartete hohe Konzentrationsleistung werde «durch dauernde Unterbrechungen erschwert», berichtete Beermann. Diese Belastung am Arbeitsplatz werde bislang «deutlich unterschätzt». Bei der Organisation der Büroarbeit liege noch vieles im Argen, beklagte die Expertin. Auch mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte und Kollegen sowie fehlende Informationen belasten Betroffene stark.
Die Erwerbstätigenstudie wurde anlässlich der am Dienstag in Düsseldorf beginnenden Sicherheits- und Gesundheitsmesse A+A präsentiert. Dafür wurden 20.000 repräsentativ ausgewählte Beschäftigte befragt. Ein weiteres Ergebnis: Jeder zehnte Erwerbstätige in Deutschland beurteilt seinen Gesundheitszustand als weniger gut oder schlecht.
Arbeiten im Sitzen oder Stehen und Zwangshaltungen etwa am Computer wurden am häufigsten auf die Frage nach körperlicher Belastung genannt. Entsprechend führten Schmerzen im Nacken, Rücken und an den Schultern gemeinsam mit allgemeinen Erschöpfungszuständen die Liste der gesundheitlichen Beschwerden an. Wie ein gesund erhaltendes Büro ausgestattet sein soll, können sich die Besucher der Düsseldorfer Fachmesse bis zum kommenden Freitag ansehen. (ddp/dpa/nz)

