Jeder Dritte ist mit seinem Job unzufrieden
11.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske verwies darauf, dass eine geringere Qualifikation mit einem geringeren Einkommen, schlechteren Arbeitsbedingungen und einem erhöhten gesundheitlichen Risiko verbunden sei. Vor allem Leiharbeit werde immer mehr zu einem Instrument der Lohndrückerei. Mit der regelmäßigen Berichterstattung aus Sicht der Beschäftigten wollten die Gewerkschaften zu einer Verbesserung der Arbeitswirklichkeit beitragen.
Am besten beurteilten der repräsentativen infratest-Umfrage zufolge Ingenieure ihre Arbeitsbedingungen, gefolgt von Beschäftigten der Chemieindustrie und aus den Verwaltungen. Hochgerechnet auf alle Beschäftigten erreichte der Index in diesem Jahr einen Wert von 58 Punkten. Damit liegt die Arbeitsqualität in Deutschland im unteren Mittelfeld; rund 20 Punkte hinter den Anforderungen an «gute Arbeit», aber nur acht Punkte oberhalb der Grenze für «schlechte Arbeit». «Der Indexwert zeige große Defizite und ein erhebliches Verbesserungspotenzial», betonte Sommer. Als besonders dramatisch hob Sommer hervor, dass 73 Prozent der Beschäftigten mit guten Arbeitsbedingungen mit dem Erhalt ihrer Arbeitskraft bis ins Rentenalter rechneten.
Dagegen erwarteten dies nur 27 Prozent der Menschen, die unter schlechten Bedingungen arbeiten. Sommer betonte, die Gewerkschaften würden ihren Kampf gegen die Rente mit 67 auch deshalb verstärkt fortsetzen. IG Metall-Chef Jürgen Peters sagte, die demographische Debatte werde demagogisch ausgenutzt. Schon heute arbeite kein 60-Jähriger mehr am Fliesband.
Insgesamt wird deutlich, dass der Arbeitsmarkt immer weiter auseinanderdriftet. Arbeitnehmer fühlen sich oft nicht ihrer Tätigkeit entsprechend entlohnt. Viele Beschäftigte beklagen auch mangelnde Wertschätzung der Arbeit, fehlende Kollegialität und Qualifizierungsmöglichkeiten. Weiter heißt es, dass 50 Prozent der Arbeitgeber keine oder nur in geringem Maße Rücksicht nähmen auf eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf. (AP)

