05. Sep 2007 19:14
Der Aufschwung am Arbeitsmarkt macht's möglich: Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sinken auf unter vier Prozent. Zudem traf das Kabinett eine Entscheidung in Sachen Krippen-Ausbau.
Der Beitragssatz war erst zu Beginn dieses Jahres von 6,5 auf 4,2 Prozent gesenkt worden. Die Union fordert eine weitergehende Senkung. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine weitere Beitragssenkung für denkbar. Die Bundesregierung werde dies prüfen, hatte sie kürzlich bekräftigt. Bis Jahresende sollten entsprechende Angaben vorliegen. Die SPD will erst die Entwicklung der Finanzlage abwarten.Hintergrund ist die deutlich verbesserte Finanzlage der Bundesagentur für Arbeit (BA): Wegen der stark gesunkenen Arbeitslosenzahl rechnet die Nürnberger Behörde auch im laufenden Jahr mit einem Milliarden-Überschuss. Die Wirtschaft fordert eine Senkung der Beiträge auf bis zu 3,2 Prozent. Die FDP macht sich für eine Senkung auf mindestens 3,5 Prozent stark.
Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf sieht ferner vor, dass sich die BA künftig zur Hälfte an den auf zehn Milliarden Euro veranschlagten Förderkosten für Langzeitarbeitslose beteiligt. Die andere Hälfte trägt der Bund. Im Gegenzug sollen die bisherigen «Strafzahlungen» der BA an den Bund für nicht vermittelte Arbeitslose wegfallen. Unter dem Strich wird damit der Bund künftig um etwa drei Milliarden Euro jährlich entlastet, die BA entsprechend belastet.