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Aufschwung ist «beschäftigungsintensiver»

22. Aug 2007 14:26
Der Aufschwung nützt nicht jeder Gruppe von Arbeitslosen im gleichen Maße.
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Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit fällt nach Einschätzung von Experten im nächsten Jahr auf den niedrigsten Stand seit den frühen Neunzigern. Vom Aufschwung profitieren aber nicht alle gleichermaßen.

Dank des anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwungs wird die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland nach Prognosen von Arbeitsmarktforschern auch im Jahr 2008 weiter deutlich sinken. Im Durchschnitt sei im kommenden Jahr mit 3,4 Millionen Erwerbslosen zu rechnen. Das seien voraussichtlich rund 360.000 weniger als in diesem Jahr, teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Mittwoch mit.

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Die durchschnittliche Jahresarbeitslosigkeit würde damit auf den niedrigsten Wert seit 15 Jahren sinken. Das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit (BA) geht bei seiner Prognose von einem realen Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent im laufenden Jahr und von 2,5 Prozent im Jahr 2008 aus.

Mit dem Wachstum dürften nach IAB-Einschätzung im Jahre 2008 durchschnittlich rund 310.000 neue Stellen geschaffen werden, davon allein 270.000 reguläre Jobs mit Sozialversicherungspflicht. Die Zahl der Erwerbstätigen werde so erstmals seit vielen Jahren wieder die 40-Millionen-Schwelle überschreiten.

Aufschwung mit «freundlicherem Gesicht»

«Der gegenwärtige Aufschwung hat sogar ein noch freundlicheres Gesicht als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000», meinen die Arbeitsmarktforscher. In den Jahren 2006 und 2007 seien erheblich mehr Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen worden. 1999 und 2000 seien zwar sehr viele Mini- und Teilzeit-Jobs entstanden, doch nur wenige Vollzeitstellen, erläuterten die IAB-Forscher. «Der gegenwärtige Aufschwung ist deutlich beschäftigungsintensiver als der Aufschwung in den Jahren 1999 und 2000.»

Für den «robusten Arbeitsmarkt-Aufschwung» sieht das IAB drei Gründe: Zum einen hätten die konjunkturellen Impulse kräftig auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen. Zweitens habe die moderate Lohnentwicklung der letzten Jahre zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beigetragen. Zudem hätten die Arbeitsmarktreformen der letzten Jahre den Aufschwung unterstützt.

Langzeitarbeitslose bleiben Problem

Allerdings dürften nach den Berechnungen des IAB nicht alle Arbeitslosengruppen gleichermaßen von dem Aufschwung profitieren. So dürfte die Zahl der maximal ein Jahr erwerbslosen Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) I in diesem und im nächsten Jahr um insgesamt 610.000 zurückgehen, während die Zahl der ALG-II-Empfänger 2007 und 2008 lediglich um 450.000 sinken dürfte.

«Der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Empfänger an den Arbeitslosen insgesamt steigt damit weiter von 67 Prozent im Jahr 2007 auf 69 Prozent im Jahr 2008», haben die Forscher errechnet. Hier besteht nach Einschätzung des IAB nach wie vor dringender arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf, um einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.

Da der Aufschwung inzwischen auch jene erfasse, die sich etwa wegen geringer Vermittlungschancen beim Arbeitsamt abgemeldet hätten, sinke auch die so genannte Stille Arbeitslosen-Reserve. Zusammen mit den amtlich registrierten Jobsuchern rechnet das IAB für 2008 nur noch mit insgesamt 4,7 Millionen Arbeitslosen. Damit läge die so genannte Unterbeschäftigung – die Summe aus registrierten und nicht registrierten Arbeitslosen – um gut 1,5 Millionen oder 24 Prozent niedriger als im Jahr 2005 beim Start der Hartz-IV-Reform. So würde die Unterbeschäftigung sogar auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken. (dpa)

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