Allerdings dürften nach den Berechnungen des IAB nicht alle Arbeitslosengruppen gleichermaßen von dem Aufschwung profitieren. So dürfte die Zahl der maximal ein Jahr erwerbslosen Bezieher von Arbeitslosengeld (ALG) I in diesem und im nächsten Jahr um insgesamt 610.000 zurückgehen, während die Zahl der ALG-II-Empfänger 2007 und 2008 lediglich um 450.000 sinken dürfte.«Der Anteil der Arbeitslosengeld-II-Empfänger an den Arbeitslosen insgesamt steigt damit weiter von 67 Prozent im Jahr 2007 auf 69 Prozent im Jahr 2008», haben die Forscher errechnet. Hier besteht nach Einschätzung des IAB nach wie vor dringender arbeitsmarktpolitischer Handlungsbedarf, um einer Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken.
Da der Aufschwung inzwischen auch jene erfasse, die sich etwa wegen geringer Vermittlungschancen beim Arbeitsamt abgemeldet hätten, sinke auch die so genannte Stille Arbeitslosen-Reserve. Zusammen mit den amtlich registrierten Jobsuchern rechnet das IAB für 2008 nur noch mit insgesamt 4,7 Millionen Arbeitslosen. Damit läge die so genannte Unterbeschäftigung – die Summe aus registrierten und nicht registrierten Arbeitslosen – um gut 1,5 Millionen oder 24 Prozent niedriger als im Jahr 2005 beim Start der Hartz-IV-Reform. So würde die Unterbeschäftigung sogar auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung sinken. (dpa)