20. Aug 2007 19:15
Ältere langzeitarbeitslose Frauen im Westen haben das höchste Armutsrisiko. Im Osten mindern laut einer Studie derzeit noch DDR-Versicherungszeiten diesen Effekt.
Weil die Frauen mehrheitlich keine existenzsichernde eigenständige Alterssicherung erreichten, seien sie im Alter auf das Einkommen ihres Partners oder auf Sozialhilfe angewiesen. Soweit sie nicht ausreichend über ihren Partner abgesichert seien, hätten westdeutsche ältere ALG-II-Empfängerinnen das mit Abstand höchste Risiko, auch im Alter arm zu sein. Dagegen seien die älteren Bezieherinnen von Hartz IV in Ostdeutschland derzeit noch weit weniger von Altersarmut bedroht. Sie profitierten von den jahrzehntelang stabilen Erwerbszeiten in der ehemaligen DDR und wiesen die meisten Beitragsjahre zur Rentenversicherung auf, erklärte IAB-Autorin Christina Wübbeke.
Wegen der hohen Erwerbsbeteiligung von Frauen in der DDR gebe es auch keine ausgeprägten geschlechtsspezifischen Unterschiede. Dieser Vorteil dürfte aber auf Grund der angespannten Arbeitsmarktsituation in den neuen Bundesländern bei den Jahrgängen der unter 50-Jährigen schwinden, schreibt Wübbeke weiter. So sinke zum einen das allgemeine Rentenniveau in der gesetzlichen Rentenversicherung weiter.
Zum anderen führten die veränderten Wirtschafts- und Arbeitsmarktbedingungen vor allem in Ostdeutschland dazu, dass zumindest die heute 40- bis 50-jährigen Empfänger von Arbeitslosengeld II längere Phasen hindurch ohne Job, versicherungsfrei erwerbstätig oder im Niedriglohnbereich beschäftigt seien. Damit steige auch für sie das Risiko, im Alter von Armut betroffen zu sein.
Dieser Effekt werde dadurch verstärkt, dass das Sozialrecht die individuellen Beitragsausfälle durch Arbeitslosigkeit heute weniger stark ausgleiche als früher. Auf der anderen Seite könnten aber die Ansprüche aus Riester-Verträgen und anderen Formen der Altersvorsorge bei den jüngeren Jahrgängen steigen. (AP)