17. Aug 2007 11:45
Die Regierung will mit einer grundlegenden Reform des Kinderzuschlags gegen Kinderarmut vorgehen. «Es gibt bei der Armutsbekämpfung weiterhin Besserungsbedarf», meint Müntefering.
In einem Papier, über das die CDU-Parteispitze am Montag diskutieren soll, fordert von der Leyen demnach eine Vereinfachung beim Antragsverfahren sowie eine Ausweitung des Empfängerkreises. Zudem soll bei Produkten für kleine Kinder nur noch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten. Am Freitag kündigte denn auch Vizekanzler Müntefering «weitere Schritte» an. «Es gibt bei der Frage Armutsbekämpfung weiterhin Besserungsbedarf», sagte sein Sprecher Stefan Giffeler. Dabei gehe es zunächst «um die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und die Bekämpfung von schlecht und unzureichend bezahlter Arbeit».
Es gehe auch darum, Menschen nicht in Hilfsbedürftigkeit fallen zu lassen. Der SPD-Vorschlag für ein Erwerbstätigengeld diene diesem Ziel. Dieser sieht vor, dass Menschen mit Vollzeitjob und niedrigen Löhnen einen Zuschuss erhalten, um nicht zu Arbeitslosengeld-II- Empfänger (ALG II) zu werden. «Das Erwerbstätigengeld bezieht sich unmittelbar auch auf Familien mit Kindern und beinhaltet, dass der Kinderzuschlag integriert, verbessert und ausgebaut wird», fügte Giffeler hinzu.
Der Kinderzuschlag ist laut Bundesagentur für Arbeit (BA) vorgesehen für Eltern mit geringem Einkommen, die in ihrem Haushalt unverheiratete Kinder unter 25 Jahre versorgen. ALG-II-Empfängern wird kein Kinderzuschlag gewährt, ihr Nachwuchs erhält 60 bis 80 Prozent der Erwachsenen-Regelsätze als Sozialgeld. Der Kinderzuschlag beträgt höchstens 140 Euro pro Monat und Kind und wird zusammen mit dem Kindergeld gezahlt - bei unveränderten Verhältnissen für längstens 36 Monate.