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Steinbrück hält Althaus Populismus vor

09. Aug 2007 10:38, ergänzt 10:49
Peer Steinbrück will das Arbeitslosengeld II nicht regelmäßig erhöhen
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Keine Gegenfinanzierung, ein Thema für das Sommerloch: Vorstößen für einen höheren Hartz-IV-Regelsatz erteilt der Finanzminister eine klare Absage. Damit stellt sich Steinbrück gegen den Koalitionspartner CSU.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat sich gegen eine regelmäßige Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes ausgesprochen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) hatte angesichts steigender Lebensmittelpreise dafür plädiert, Arbeitslosengeld-II- Empfängern alle zwei Jahre einen Inflationsausgleich zu gewähren. Unterstützung erhielt er von Bayerns scheidendem Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU). Widerspruch kam dagegen von der FDP.

Populär bis populistisch

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Steinbrück sagte am Mittwoch in Potsdam: «Ich halte es für nicht sehr sinnvoll, dass Herr Althaus mit diesem Thema versucht, eine Sommerpause zu nutzen, ohne die Frage zu beantworten, wie soll das finanziert werden.» Der Regelsatz müsse in einem Verhältnis zu denjenigen stehen, «die tagtäglich um 7 Uhr aufstehen, acht Stunden arbeiten und damit ein Einkommen haben, das bei solchen Erhöhungen von Hartz IV spielend unter dem liegen kann, was an staatlichen Transferzahlungen bereitgestellt wird».

Ähnlich äußerte sich Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). «Ich teile die Meinung, dass es dieses Thema nicht verdient hat, mit populären bis populistischen Sätzen betrieben zu werden.» Natürlich müsse man vom Arbeitslosengeld II auch leben können.

Stoiber will Leistungen anpassen

Hintergrund:
Stoiber forderte dagegen eine Überprüfung des Regelsatzes. «Hartz IV muss das Existenzminimum, ein Auskommen sichern», sagte er dem «Münchner Merkur». «Wenn die Preise stark steigen, müssen wir genau prüfen, ob wir die Leistungen anpassen.»

Die FDP lehnt das als populistisch ab. «Dann müsste ja künftig jede Änderung nach oben oder unten zu einer entsprechenden Anpassung des Satzes führen», sagte Bundestags-Fraktionsvize Sabine Leutheusser-Schnarrenberger der Zeitung. Eine Erhöhung um die Inflationsrate nannte sie «generell heikel. Denn dann müsste sich künftig jede Sozialleistung an der Inflation orientieren.»

Inflation statt Rente?

Populäre Ministerpräsidenten unter sich: Dieter Althaus (r.) und Edmund Stoiber
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Althaus hatte am Mittwoch in der «Bild»-Zeitung gesagt: «Sinnvoll wäre es, die Hartz-IV-Leistungen alle zwei Jahre zu überprüfen und um die Inflationsrate zu erhöhen.» Allerdings könne man nicht auf «jeden kurzfristigen Preisschub» mit mehr Geld reagieren. Derzeit wird der Hartz-IV-Regelsatz im Gleichschritt mit den Renten angepasst. Er ist damit indirekt an die Entwicklung der Löhne gekoppelt. (dpa)
 
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