04.08.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Handwerkspräsident Otto Kentzler
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Das Handwerk in Deutschland hat vor einer zu schnellen Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropa gewarnt. Den Mangel an Fachkräfte könnten die Betriebe aus eigener Kraft beheben.
Im Handwerk sollen 30.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Diese Erwartung äußerte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, in einem Interview der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Er gehe fest davon aus, dass die deutschen Betriebe aus eigener Kraft den Fachkräfte-Mangel bewältigen. «Auch unsere Ausbildungszahlen steigen noch einmal deutlich an», sagte Kentzler. Im übrigen hätten die Betriebe im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen auch in schlechten Jahren ausgebildet.
Der Handwerkspräsident warnte davor, schon 2009 den Arbeitsmarkt für Fachkräfte aus osteuropäischen EU-Staaten zu öffnen. Das Handwerk habe seit Mitte der 90er Jahre 1,5 Millionen Arbeitsplätze verloren. «Bevor wir die Türen nach Osten öffnen, müssen unsere Leute erst einmal eine Chance bekommen», forderte Kentzler.
«Und die guten Fachkräfte aus Polen und Tschechien sind längst weg: In Großbritannien oder Irland haben sie ihr Auskommen gefunden.» Bei der Lösung des Fachkräftemangels seien Frauen ein starkes Potenzial. Schon jetzt sei jeder fünfte neue Handwerksmeister eine Frau, betonte Kentzler.
Er kritisierte, bei den Plänen zur Beteiligung von Mitarbeitern an Unternehmen werde Schwarz-Weiß-Malerei betrieben. «Die Modelle von Union und SPD übertreiben», sagte der Handwerkspräsident. Sie könnten für Aktiengesellschaften gelten, nicht aber für kleinere Betriebe. «Wer in einem Jahr mal keinen Gewinn macht, kann auch nichts weitergeben.» (AP)