«Absoluter Höchststand» bei Hartz-IV-Empfängern
31.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Zuvor hatte die BA die Juli-Daten zum Arbeitsmarkt bekannt gegeben. Demnach ist die Zahl der Arbeitslosen so wie sie die BA zählt leicht gestiegen. Weil sich viele Jugendliche nach Abschluss ihrer Ausbildung oder Schule vorübergehend arbeitslos meldeten, stieg die Zahl der Menschen ohne Job im Juli um 28.000 auf 3,715 Millionen. Nicht darin enthalten sind jedoch Menschen, die von staatlicher Unterstützung leben, jedoch dem Arbeitsmarkt aktuell nicht zur Verfügung stehen. Darunter fallen unter anderem Personen, die einen Ein-Euro-Job haben, oder sich gerade in einer anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahme befinden.
«Die hohe Zahl an Hilfebedürftigen entwickelt sich gegenläufig zur sinkenden Langzeitarbeitslosigkeit und nimmt beständig zu», warnte Landkreis-Präsident Duppré. «Das muss nachdenklich machen.» Er schlägt vor, die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Deutschland nicht mehr als alleinigen Maßstab anzusehen. «Wenn die Arbeitslosenquote die Entwicklung bei Hartz IV nicht wiedergibt, sollten wir mehr auf die Zahl der Hilfeempfänger, deren Bedarfe und deren Struktur achten», so Duppré.
Die Betrachtung der falschen Indikatoren verstelle den Blick auf die zugrunde liegenden sozialen Problemlagen und daran zu orientierende Lösungsansätze. «Es wird endlich Zeit, dass wir uns den vielschichtigen Problemen offen stellen und uns eingestehen, dass die Zahl der Personen wächst, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind», sagte Duppré.
Die Regierung arbeite weiter daran, dass keiner der jungen Arbeitslosen «lange perspektivlos bleiben und ins dauerhafte Abseits steuern» werde. «Das Ziel gilt: Keine und keiner von der Schulbank in die Arbeitslosigkeit und niemand unter 25 länger als drei Monate ohne Arbeit oder Ausbildung oder Qualifizierung.» Zur Entwicklung am Arbeitsmarkt sagte Müntefering, die Gesamtzahl der Erwerbslosen sei zwar im Juli um 28.000 gestiegen, dennoch um 600.000 geringer als vor einem Jahr. Für Frauen, Ältere und Arbeitsuchende in Ostdeutschland habe sich «der gute Trend» fortgesetzt. (nz)

