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Ost-Länderchefs gegen Arbeitsmarkt-Öffnung

28. Jul 2007 15:49
Oft als Aushilfen verpflichtet: Spargelstecher aus Osteuropa
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Die Ablehnung gegen eine frühe Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Osteuropäer wächst. Die ostdeutschen Bundesländer fürchten Probleme für Mittelstand und Handwerk.

Die unions-regierten Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt haben sich gegen Überlegungen in der Bundesregierung gewandt, den Arbeitsmarkt noch vor 2009 für Arbeitskräfte aus Osteuropa zu öffnen. Eine vorzeitige Öffnung führte zu erheblichen Problemen bei Mittelstand und Handwerk, sagte Thüringens Regierungschef Dieter Althaus der «Bild am Sonntag». Stattdessen müssten von den mehr als 3,6 Millionen Menschen ohne Job so viele wie möglich dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden. Sachsen-Anhalts Regierungschef Wolfgang Böhmer erklärte: «Erst wenn das Qualifizierungspotenzial bei den arbeitslosen deutschen Arbeitnehmern ausgeschöpft ist, sollte man solchen Gedanken nachhängen.»

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Arbeits-Staatssekretär Gerd Andres (SPD) hatte eine vorzeitige Lockerung der Beschränkungen für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten ins Gespräch gebracht. Als Bedingung dafür nannte er aber, dass in den freigegebenen Branchen Mindestlöhne herrschten, um Lohndumping zu verhindern. Deutschland hatte mit dem Beitritt Polens und anderer Staaten im Jahr 2004 die Arbeitnehmerfreizügigkeit für zwei Jahre und im vorigen Jahr für weitere drei Jahre bis 2009 eingeschränkt. Begründet worden war dies von Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit der hohen Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik.

Inzwischen ist die Arbeitslosenzahl jedoch von über fünf Millionen auf knapp 3,7 Millionen gesunken. Einzelne Branchen klagen zudem über einen Fachkräftemangel. Allerdings ist sich die Wirtschaft uneins, ob daher der Stellenmarkt für Osteuropäer geöffnet werden sollte. Während Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt dafür plädiert hatte, lehnte Handwerks-Präsident Otto Kentzler eine «breite und nicht differenzierte Öffnung» ab.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, nahm die Betriebe in die Pflicht. «Es ist die originäre Aufgabe der Unternehmen, dafür zu sorgen, dass sie qualifizierte, gute Nachwuchskräfte haben», sagte Weise dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Einem «Focus»-Bericht zufolge gibt die BA der Wirtschaft Mitschuld am Fachkräftemangel. «Bei der Personalplanung haben viele Unternehmen in den vergangenen Jahren nicht ausreichend mittel- oder langfristig gearbeitet», zitierte das Magazin aus einer internen Analyse der BA. (Reuters)

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