netzeitung.deMigranten bei Jobsuche klar benachteiligt

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Ausländische Familien haben es in Deutschland nicht einfach (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ausländische Familien haben es in Deutschland nicht einfach
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Zuwanderer haben in Deutschland äußerst schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, kritisiert die OECD. Sogar Hochqualifizierte sind betroffen - sie werden diskriminiert.

Vor dem so genannten Integrationsgipfel hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD Deutschland aufgefordert, die Beschäftigungschancen von Ausländern deutlich zu verbessern. Nur in wenigen Ländern seien Zuwanderer ähnlich schlecht in den Arbeitsmarkt integriert, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der von den Industriestaaten getragenen Organisation. Das gelte auch für Hochqualifizierte und für die Kinder von Zuwanderern. Neben Sprachbarrieren sei Diskriminierung eine der Ursachen.

Mit einem Anteil von zwölf Prozent leben in Deutschland so viele Migranten wie in keinem der 24 übrigen Industrieländer, die sich der OECD angeschlossen haben. Gleichwohl schnitten Migranten und ihre Kinder trotz gleicher Bildung schlechter ab als die übrige Bevölkerung, sagte OECD-Experte Thomas Liebig. So liegt die Arbeitslosenquote von Migranten unabhängig von ihrer Bildung höher als der Deutschen. Bei Akademikern ist sie mit 12,5 Prozent sogar fast drei Mal höher.

Eine Ausnahme besteht lediglich bei der Beschäftigungsquote von gering qualifizierten Zuwanderern. Liebig zufolge liegt sie höher, weil viele Deutsche zum Beispiel im Reinigungsservice nicht arbeiten wollten. Hinzu kommt, dass Migranten mit einer geringeren Beschäftigungsstabilität leben müssen als Deutsche: Sie werden von einem wirtschaftlichen Abschwung stärker getroffen, profitieren aber auch stärker von einem Aufschwung.

Als besonders problematisch bewertet die OECD, dass auch die in Deutschland geborenen Kinder von Zuwanderern Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben - selbst wenn sie die gleiche Qualifikation haben wie die Kinder von Familien ohne Migrationshintergrund.

Als Ursachen dafür nannte Liebig Sprachmängel, aber auch Diskriminierung. So müssten Menschen mit ausländisch klingendem Namen drei bis vier Mal so viele Bewerbungen schreiben, bis sie zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen würden, als Deutsche. Hinzu komme, dass es Migrantenfamilien häufig an Netzwerken fehle, die bei der Stellensuche hilfreich sein könnten.

Wie die Integration verbessert werden kann, ist Thema einer Konferenz am Donnerstag bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), zu dem auch Migrantenverbände eingeladen sind. Ziel ist ein nationaler Integrationsplan, an dem Wirtschaft, Politik und Verbände im vergangenen Jahr gearbeitet haben. Die OECD empfahl ein Bündel von Maßnahmen, um die Arbeits-Integration voranzubringen. Dazu zählen neben Sprachtrainings in der Firma Lohnzuschüsse bei Einstellungen und ein sehr früher Besuch von Kindergärten. Auch anonymisierte Lebensläufe könnten helfen, die Chancen von Migranten der ersten und zweiten Generation zu erhöhen. (Reuters)