Union will Steueranreiz für Mitarbeiterbeteiligung
29.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Nach dem Vorschlag der Union sollen Mitarbeiterbeteiligungen bis zu 500 Euro pro Jahr gänzlich steuer- und sozialabgabenfrei sein. Anspruch auf diesen Freibetrag haben aber nur Beschäftigte, deren Jahreseinkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze der Krankenkassen liegt. Derzeit sind das 47.700 Euro.
Eine weiterer Teil des Bruttolohnes können in eine Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung umgewandelt werden. Dieser Lohnanteil unterliegt der Sozialversicherungspflicht, wird aber erst besteuert, wenn der Beschäftigte seine Beteiligung verkauft. Zusätzlich wird die Möglichkeit offen gehalten, die Besteuerung weiter zu verschieben, wenn der Arbeitnehmer die Erlöse aus der Mitarbeiterbeteiligung für die Altersvorsorge anlegt.
Huber nannte als Vorteil des Unions-Modells, dass die Beteiligung am eigenen Unternehmen die Leistungsbereitschaft der Unternehmer fördere. Auch Arbeitgebern werde eine zusätzliche Möglichkeit eröffnet, bei Facharbeitermangel qualifizierte Arbeitnehmer an sich zu binden. Darüber hinaus sei die Kapitalbeteiligung wenig bürokratisch und werde auch von der Wirtschaft selbst unterstützt.
«Wir propagieren nicht wie die SPD null Risiko», betonte Huber. Das stehe unternehmerischem Denken und Handeln entgegen. Außerdem gebe es bereits genügend Aktienfonds. «Daneben noch einen staatlichen Megafonds anzubieten, ist kein Anreiz», sagte Huber. Die Portabilität der Beteiligung im Falle eines Stellenwechsels sieht die Union allerdings auch vor. Der Arbeitnehmer muss die Kapitalbeteiligung «auf das neue Unternehmen transferieren können, ohne dass die Kette der nachgelagerten Besteuerung unterbrochen wird», sagte Laumann.
Bei der SPD stießen die Vorschläge der Union auf Zurückhaltung. «Meines Erachtens muss eine solche Regelung zwei Dinge enthalten: Sicherheit bei Insolvenz und die Mitnahmemöglichkeit beim Arbeitsplatzwechsel», sagte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) in Potsdam. Beides sei im Vorschlag des SPD-Vorsitzenden Beck enthalten. «Bei der CDU muss ich danach noch suchen.» Müntefering begrüßte es aber, dass jetzt Vorschläge zu dem Thema auf den Tisch kämen. Aus der Union habe er Signale für Kompromissbereitschaft erhalten. (dpa/AP)

