Wachsendes Ungleichgewicht in Deutschland
28.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Diese Ergebnisse legen nach Einschätzung des IZA nahe, dass Mindestlöhne eine wachsende Ungleichheit innerhalb der unteren Lohngruppen mildern könnten. «Möglicherweise wäre dann jedoch gerade die Gruppe der Geringqualifizierten einem höheren Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt.» Zudem räumte das IZA ein, dass sinkende Reallöhne in den unteren Lohngruppen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gesteigert haben könnte. Dies dürfte den aktuellen Aufschwung stützen.
Eine weitere am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung untermauert die IZA-Analyse: Die Unterschiede in der Qualifikation zwischen Beschäftigten und Arbeitslosen in den USA seien im Schnitt deutlich höher als in Deutschland, hieß es in der IALS-Studie (International Adult Literacy Survey), die beschäftigungsrelevante Qualifikationen in 30 Ländern vergleicht.
«Das widerspricht der Hypothese, wonach geringer Qualifizierte in Ländern mit sehr flexibler Lohnstruktur und schwacher sozialer Sicherung vergleichsweise gute Chancen am Arbeitsmarkt haben», hieß es in der von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verbreiteten Studie. Träfe die These zu, müssten Beschäftigte und Arbeitslose in den USA ähnliche Fähigkeiten haben. «In Deutschland müsste die Differenz hingegen größer sein.» (Reuters)

