28. Jun 2007 14:35
Die IG Bau schließt eine gesonderte Einigung mit den Arbeitgebern im Norden aus. Ihnen bleibe nur ein Weg, die seit elf Tagen laufenden Streiks zu beenden, sagt Gewerkschaftschef Wiesehügel.
Die IG Bau lehnt im Tarifstreit im Bauhandwerk eine gesonderte Einigung mit den norddeutschen Arbeitgebern strikt ab. «Wir haben keine Chance, einen Separatfrieden zu machen, weil sonst der Flächentarifvertrag in Gefahr ist», sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft, Klaus Wiesehügel, am Donnerstag bei einer Kundgebung in Hannover.Die Arbeitgeberverbände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein müssten die im Mai getroffene Schlichtungsvereinbarung unterschreiben, forderte er. Am Sonntag werde er sich mit der Arbeitgeberseite zu Sondierungsgesprächen treffen. Von seiner Position rückte Wiesehügel nicht ab: «Unterschreiben oder weiter Streik.»
Im Norden sind Wiesehügel zufolge rund 1700 Beschäftigte seit elf Tagen im Ausstand. Etwa 270 Baustellen würden bestreikt. Die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) will damit die Arbeitgeber in Niedersachsen und Schleswig-Holstein bewegen, den Schlichterspruch zu übernehmen.Danach erhalten die fast 700.000 Bau-Beschäftigten ab Juni 3,5 Prozent mehr Entgelt. Die Bauindustrie und fast alle mittelständischen Verbände hatten zugestimmt. Die norddeutschen Arbeitgeber lehnten den Schlichterspruch allerdings als zu teuer ab. Daraufhin hatte die IG Bau ihre Mitglieder zum ersten Streik in der Baubranche seit fünf Jahren aufgerufen. (Reuters)