Becks «Deutschlandfonds» findet geteiltes Echo
27.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der CDU-Politiker Michael Fuchs, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, sagte der «Frankfurter Rundschau», er sei «dezidiert anderer Meinung als Herr Beck»: «Das gibt ein bürokratisches Monster. Die Abwicklungsprozeduren eines solchen Fonds kosten mehr, als das Ganze wert ist», warnte Fuchs.
Er sei «überzeugt, dass wir hier als große Koalition noch in dieser Legislaturperiode etwas hinbekommen», sagte Weiß dem Berliner Blatt. Die Union will am Freitag ihr Modell der «Sozialen Kapitalpartnerschaft» vorstellen. Nach dem vom SPD-Vorsitzenden Beck skizzierten Plan sollen Arbeitnehmer in einen «Deutschlandfonds» einzahlen, der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt und damit praktisch von Insolvenzen einzelner Firmen unabhängig ist.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, nannte den Plan «nichts anderes als eine staatlich subventionierte und staatlich abgesicherte Geldanlage für einen Aktienfonds». Er löse die zentralen Probleme der Mitarbeiterbeteiligung nicht, kritisierte er in der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Das Modell werde vielmehr «bei einigermaßen gut verdienenden Arbeitnehmern Mitnahmeeffekte bewirken und die schlecht verdienenden außen vor lassen», warnte Zimmermann.
Der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber dringt generell aber auf eine rasche Einführung einer stärkeren Mitarbeiterbeteilung bei den Unternehmen. «Wir müssen die breite Mehrheit der großen Koalition nutzen, um den Investivlohn auf breiter Front in Deutschland einzuführen», forderte er in der «Passauer Neuen Presse».
Das Thema gehöre ganz oben auf die Tagesordnung bei den im Sommer geplanten Gesprächen der Vorsitzenden der Regierungsparteien, sagte Stoiber. Er könne sich vorstellen, dass in einem ersten Schritt ein Freibetrag von mehreren hundert Euro eingeführt werde. (dpa/AP)

