25. Jun 2007 13:50
Migranten müssen besser integriert werden, fordert die OECD. Auch die Aus- und Weiterbildung müsse gestärkt werden – nur so lasse die Arbeitslosigkeit nachhaltig abbauen.
«Gleichzeitig sollten die Bedingungen für eine erhöhte Erwerbsbeteiligung von Frauen und älteren Menschen sowie die Aus- und Weiterbildung generell verbessert werden», sagte OECD-Experte Heino von Meyer. Daneben sei eine erleichterte Zuwanderung für Hochqualifizierte und einige andere Berufsgruppen sinnvoll. Der Studie zufolge ist Deutschland neben Japan und Italien das einzige Industrieland, in dem schon jetzt die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 64 Jahren abnehme. Setze sich dieser Trend fort, schrumpfe die Erwerbsvölkerung bis 2020 um sechs Prozent. Nur in Japan, Tschechien, Italien und Ungarn sei ein größerer Rückgang zu erwarten. Rund die Hälfte der 30 OECD-Staaten könne dagegen bis 2020 mit einer weitgehend stabilen oder sogar wachsenden Erwerbsbevölkerung rechnen.
Bei Hochqualifizierten und Fachkräften, aber auch bei Pflegepersonal kann der Bedarf an Arbeitskräften den Angaben nach kurzfristig nicht gedeckt werden. Hier könne es nötig sein, die Bedingungen für einen Zuzug zu verbessern. Das deutsche Zuwanderungsrecht von 2005 sei damals innovativ gewesen. Mittlerweile aber hätten andere Länder nachgezogen, so dass der Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte zugenommen hat. In vielen Ländern etwa könnten ausländische Studenten nach Studienabschluss zum Arbeiten im Land bleiben, was in Deutschland nicht ohne weiteres möglich sei, hieß es.
Auch die Wirtschaft setzt sich zunehmend für eine einfachere Zuwanderung von Fachkräften ein. Besonders der boomende Maschinenbau klagt verstärkt über zu wenig Ingenieure. (Reuters)