netzeitung.deIm Bundestag wird zum Dumpinglohn geputzt

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Putzen unter Mindestlohn - Im Bundestag (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Putzen unter Mindestlohn - Im Bundestag
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Zwei Euro unter dem Mindestlohn: Weil sie angeblich nicht schnell genug sind, zahlt der Arbeitgeber Reinigungskräften im Bundestag weit weniger als zulässig - sagt die Gewerkschaft.

Putzkräfte im Bundestag werden laut IG Bau mit Dumpinglöhnen abgespeist. Der Reichstag werde von Unternehmen gereinigt, die ihren Mitarbeitern teilweise 5,50 Euro pro Stunde und weniger bezahlten, kritisierte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt am Freitag in Berlin.

Der Mindestlohn im Gebäudereinigungshandwerk beträgt seit kurzem 7,87 Euro.

Eine vom Bundestag mit der Reinigung beauftragte Firma begründe die niedrigeren Stundenlöhne damit, dass die Putzkräfte zu langsam seien und die vorgesehene Fläche bei der Innenreinigung nicht geschafft hätten.

«Von öffentlichen Auftraggebern verlangen wir, dass sie bei der Auftragsvergabe genau hinsehen, ob die zu reinigende Fläche in der vereinbarten Zeit zu menschenwürdigen Bedingungen gereinigt werden kann», sagte IG-Bau-Vorstandsmitglied Frank Wynands. Die Bundestagsverwaltung äußerte sich zu den Vorwürfen auf Anfrage zunächst nicht.

Die Verwaltung des Deutschen Bundestages verteidigte sich. Weder die Gewerkschaft noch anderer Stellen hätten Unterlagen vorgelegt, aus denen hervorgeht, dass das Personal unter Tarif bezahlt wurde. Bei der Vergabe der Aufträge habe man bewusst darauf Wert gelegt, dass mit den Unternehmen eine Quadratmeterobergrenze vereinbart wurde, die es dem Personal ermöglicht, die zu reinigende Fläche auch zeitlich zu bewältigen. Die Grenze liege zehn Prozent unter Expertenempfehlung. (nz/dpa)