netzeitung.dePeters rechnet mit Zuspitzung im Tarifkonflikt

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Jürgen Peters (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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IG-Metall-Chef Peters hält in den Tarifverhandlungen eine Einigung noch während der Friedenspflicht für unwahrscheinlich. Ab Ende kommender Woche sind Warnstreiks zulässig.

In der Metall- und Elektroindustrie werden Warnstreiks in den laufenden Tarifverhandlungen immer wahrscheinlicher. IG-Metall-Chef Jürgen Peters zeigte sich am Freitag auf der Hannover Messer skeptisch, dass es innerhalb der Friedenspflicht, die Ende kommender Woche abläuft, zu einem Abschluss kommt.

In der kommenden Woche werden die Verhandlungen in den einzelnen Tarifbezirken fortgesetzt. Die IG Metall hat bereits massive Warnstreiks angekündigt, sollte es bis zum Ende der Friedenspflicht nicht zu einem Ergebnis kommen. Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine bezeichnete das derzeitige Angebot der Arbeitgeber als «mickrig».

Arbeitgeber untereinander nicht einig
Die Arbeitgeber haben bislang eine dauerhafte Einkommenserhöhung von 2,5 Prozent und einen einmaligen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent angeboten. Die IG Metall fordert für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Meine, der am kommenden Freitag in der vierten Runde für die Metallindustrie in Niedersachsen verhandelt, drohte mit «flächendeckenden Warnstreiks» für den Fall, dass es dann kein deutlich verbessertes Angebot der Arbeitgeber gibt. Auch der Gewerkschaftsvorsitzende forderte die Arbeitgeber auf, ihr Angebot deutlich zu verbessern.

Die IG Metall sei in allen Phasen der Tarifrunde abschlussbereit, betonte Peters. Die vollmundigen Erklärungen von Gesamtmetall zur eigenen Kompromissbereitschaft stünden aber «nicht auf einem realistischen Boden in den eigenen Reihen». Den Arbeitgebern fehle es an Einigkeit. Deswegen hätten sie auch die dritte Runde nicht genutzt, um zu einer Annäherung zu kommen und eine Einigung noch innerhalb der Friedenspflicht vorzubereiten.

Peters fordert mehr Aus- und Weiterbildung
Die gegenwärtige Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft drohe ohne eine Stärkung der Binnennachfrage wieder einzubrechen, warnte der IG-Metall-Vorsitzende. Die Konjunktur in Deutschland werde zu 60 Prozent vom privaten Konsum getragen. Deswegen müssten die Beschäftigten angemessen am Erfolg der Unternehmen beteiligt werden. Die Metall-Arbeitgeber dagegen argumentieren, «überzogene Lohnabschlüsse» seien die falsche Reaktion auf den Konjunkturaufschwung.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels etwa bei Ingenieuren forderte Peters die Unternehmen ferner dazu auf, mehr auszubilden und die Weiterbildung zu forcieren. Der Fachkräftemangel sei auch auf Versäumnisse der Wirtschaft bei der Aus- und Weiterbildung zurückzuführen. Statt «Krokodilstränen zu vergießen», müssten die Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden. (nz/dpa/AP)