Online-Bewerbungen haben ihre eigenen Regeln
18.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Während sie früher vor allem bei Uni-Absolventen oder Berufserfahrenen üblich war, setzt sich die Online-Bewerbung inzwischen zunehmend auch im Ausbildungsbereich durch. In traditionelleren Berufen wie im Handwerk ist sie zwar noch nicht sehr verbreitet. «In Branchen, in denen Telekommunikation und Internet eine Rolle spielen, wird diese Methode aber ein immer größeres Thema», sagt Marco Schade von der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Vor allem große Firmen regeln die Bewerbungsverfahren über das Internet, weil es eine schnellere und einfachere Abwicklung verspricht.
So hat nicht jedes Unternehmen die gleichen Vorstellungen, wie die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aussehen soll. Es gibt Firmen, die auf ihren Webseiten standardisierte Online-Formulare bereitstellen, die vom Bewerber ausgefüllt werden sollen. Andere bevorzugen ein Anschreiben per E-Mail. Und wieder andere Unternehmen akzeptieren fast jede Form der Bewerbung.
Bevor eine E-Mail abgeschickt wird, sollte der Interessent deshalb sicher gehen, dass diese als Bewerbungsform überhaupt erwünscht ist. Das ist entweder telefonisch möglich oder durch einen genauen Blick auf das Inserat, sagt die Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. «Wenn dort nicht explizit eine Mail-Adresse angegeben ist, sondern die Postanschrift oder nur eine allgemeine E-Mail-Adresse wie etwa info@xy.de, sollte im Zweifel immer der Postweg gewählt werden.»
Jugendliche, die eine Ausbildung bei Peek & Cloppenburg Düsseldorf (P&C) machen möchten, können sich sowohl per Post als auch online bewerben. Auch P&C hat ein separat eingerichtetes Internet-Portal für Jobsuchende, auf dem ein vorgefertigtes Online-Formular zu finden ist. E-Mails sind hier allerdings weniger erwünscht, sagt eine Sprecherin der Bekleidungshauskette.
Bewerbungen für Ausbildungsplätze beim Möbelhersteller IKEA werden in beinahe jeder Form akzeptiert. Ein vorstrukturiertes Online-Formular gibt es zwar auch hier. «Bewerbungen auf Papier oder per E-Mail werden aber nicht von dem Verfahren ausgeschlossen», sagt Kai Hartmann von IKEA im hessischen Hofheim. «Online ist es natürlich generell einfacher zu handhaben.»
Bei der Gestaltung der E-Mail steckt der Teufel im Detail. «Der Top-Fehler ist, die Betreffzeile leer zu lassen», sagt Svenja Hofert. Die Mail landet dann meist im Spam-Filter. «Ebenfalls fatal ist es, wenn die Anrede vergessen wird und die Abkürzung 'MfG' für 'Mit freundlichen Grüßen' ist auch furchtbar.»
Beim Schreibstil gilt: Nicht zu steif, nicht zu locker und in jedem Fall authentisch. «Das hängt von der Branche ab», sagt Marco Schade von der Berliner Arbeitsagentur. Anschreiben, Lebenslauf, Foto und eingescannte Zeugnisse werden zur guten Übersichtlichkeit am besten in einem einzigen PDF-Dokument untergebracht. «In den E-Mail-Text kommt nur eine kurze Ankündigung, was sich im Anhang befindet», sagt Schade. «Insgesamt sollte die Mail nicht mehr als zwei Megabyte haben», sagt Svenja Hofert.
Bei Fotos lohnt es sich wie in einer postalischen Bewerbung auch auf Qualität zu achten. Selbst wenn sie schnell zur Hand ist: Eine Aufnahme aus dem letzten Urlaub sollte es nicht sein. «Passfotos sind ebenfalls nicht mehr sehr verbreitet», sagt Svenja Hofert. Gängig seien qualitativ hochwertige Porträtfotos. Es sei denn, der Bewerber wird gerade durch das altmodische Passfoto schon wieder interessant. Persönlichkeit zählt nämlich immer auch im Online-Zeitalter. (Anna Wahdat, dpa)

