27.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Sind Arbeitslose fit genug am Computer?
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Arbeitslose verfügen oft über zu geringe Computerkenntnisse. Die Arbeitsagenturen wollen mit einem Test herausfinden, wo die Defizite liegen.
Die Initiative «IT-Fitness» will bis 2010 vier Millionen Menschen für die Arbeit am Computern fit machen. «Deutschland ist bei der IT-Fitness im weltweiten Vergleich nicht gut aufgestellt», klagte Achim Berg, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland und Unterstützer der Initiative, in Berlin. In anderen Staaten hätte die Software- und Computerindustrie auch einen größeren Stellenwert für die gesamtwirtschaftliche Leistung.
Arbeitslose beispielsweise würden laut einer Umfrage von TNS Infratest zu selten den PC nutzen, um sich eine neue Stelle zu suchen auch weil sie im Umgang mit Computern und Internet- Jobdatenbanken unsicher seien. Außerdem fehle ihnen ein Ansprechpartner, welche Maßnahmen sinnvoll und möglich sind, um mit der Arbeit am Computer besser vertraut zu werden, erläuterte Microsoft-Manager Berg. Mangelnde Computerkenntnisse seien außerdem nicht nur ein Handicap von Arbeitslosen, sondern auch von Älteren und gering Qualifizierten.
BA will Test integrierenDie Bundesagentur für Arbeit (BA) wolle deshalb den von der Initiative entwickelten computergestützten IT-Fitness-Test in ihre Vermittlungsarbeit integrieren, kündigte Berg an. Der Test kann über das Internet absolviert werden und dauert etwa eine Viertelstunde. Dazu müssen Multiple-Choice Fragen zur Funktionsweise von Computern, zu Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sowie zur Mailfunktion beantwortet werden. Zum Abschluss bekommen die Teilnehmer ein Zertifikat, das ihr Abschneiden zusammenfasst und das sie sich ausdrucken können. Außerdem bekommen die Teilnehmer Hinweise zu kostenlosen und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Weiterbildungen.
Die Zeitarbeitsfirma Randstad begrüßt den Test: «Viele wissen nicht, wo sie Schwächen haben», stellte Heide Franken, Geschäftsführerin von Randstad Deutschland fest. «Den Test absolvieren unsere Mitarbeiter und Bewerber gern, weil sie danach schriftlich haben, was sie können und wo ihre Defizite liegen.» Microsoft-Manager Berg sieht das ähnlich. «Mit dem Test-Ergebnis kann ich wenigstens etwas anfangen. Welche Kenntnisse ich von jemandem erwarten darf, der beispielsweise einen Basiskurs bei einem unbekannten Weiterbildungsträger besucht hat, weiß ich nicht.»
Auch Bauern brauchen einen ComputerAuch EU-Kommissar Vladimir Spidla hält die Initiative für sinnvoll. «Computerkenntnisse werden immer wichtiger für die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen», sagte der für der Arbeitsmarkt zuständige Kommissar bei der Vorstellung der Test-Initiative. «Viele unterschätzen auch, dass selbst im Handwerk bei Bäckern und Optikern oder in der Landwirtschaft die Computer nicht mehr wegzudenken sind.»
Informationstechnologie sei außerdem ein wichtiges Instrument für gesellschaftliche Integration. «Sie eröffnet unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen wie Arbeitslosen, Menschen mit Behinderungen oder Migranten die Möglichkeit, qualifizierten Tätigkeiten nachzugehen», sagte Spidla.