netzeitung.deFirmen zu Familienfreundlichkeit gezwungen

 Herausgeber: netzeitung.de

Frau mit Kind am Schreibtisch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Frau mit Kind am Schreibtisch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Deutsche Unternehmen setzen laut einer Studie zunehmend auf ein familienfreundliches Umfeld. Gutmütigkeit ist jedoch nur selten das Motiv für diese Strategie.

«Familienfreundlichkeit» gilt bei über 70 Prozent der deutschen Unternehmen bei der Arbeitszeitgestaltung inzwischen als ein «sehr wichtiges oder wichtiges» Markenzeichen. Das teilte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) unter Berufung auf eine neue Umfrage am Dienstag mit.

Bei einer ersten Befragung vor drei Jahren sei das erst bei knapp der Hälfte der befragten Firmen der Fall gewesen. Es gehe vor allem um flexible Arbeitszeiten bei der Wiedereingliederung junger Mütter nach der Geburt oder die aktive Gestaltung der Elternzeit, sagte die Ministerin weiter.

«Know-how im Betrieb halten»
Die Zufriedenheit der Mitarbeiter werde bei den Unternehmen inzwischen als «betriebswirtschaftlicher Faktor» gesehen, der sich durch geringere Fluktuation und einen niedrigeren Krankenstand auszahle. Arbeitgeberchef Dieter Hundt sagte bei der Vorstellung der Umfrage, angesichts des jetzt bereits spürbaren Fachkräftemangels werde es für die Unternehmen immer wichtiger, «Know-how und die Erfahrung der Beschäftigten im Betrieb zu halten».

Bei der betrieblichen Kinderbetreuung sieht von der Leyen dagegen noch erhebliche Defizite. «Viele Unternehmen machen noch nicht mit», sagte sie dem Fernsehsender n-tv. Die Bundesregierung wolle deshalb Unternehmen, die betriebliche Kinderbetreuung anbieten oder planen, mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds von 2008 an fördern. (nz)