11.12.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Mutter mit Kind auf dem Spielplatz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Alleinerziehende und Paare mit Kindern sind länger arbeitslos als Ledige oder kinderlose Paare. Ob das am geringeren Jobangebot liegt, ist nicht bekannt.
Langzeitarbeitslose mit Kindern bleiben länger von staatlichen Transferleistungen abhängig als Ledige oder Paare ohne Kinder. Das geht aus einer am Montag in Nürnberg vorgestellten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Der Studie zufolge sind nach einem Jahr von den kinderlosen Paaren 48 Prozent ohne Arbeit. Von den Paaren mit Kindern und Alleinstehenden ohne Kindern waren mehr als die Hälfte auf Arbeitslosengeld (ALG) II angewiesen. Bei den Alleinerziehenden waren es sogar mehr als zwei Drittel.
Ein Grund für die längere Dauer der Arbeitslosigkeit von Eltern sei, dass sie sich auch unbestimmte Zeit von der Arbeitssuche freistellen lassen können, wenn es keine Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder gibt, erläuterte der Studienautor Helmut Rudolph. Ob der längere Bezug von ALG II allerdings auch auf ein geringeres Jobangebot zurückzuführen ist, konnte die Studie des der Bundesagentur für Arbeit angegliederten Instituts nicht beantworten.
Schwerer Ausstieg aus der ArbeitslosigkeitLaut IAB wird ein Ausstieg aus dem Arbeitslosengeld II außerdem umso schwieriger, je länger die Betroffenen die Unterstützung erhalten: So waren von den 3,33 Millionen Bedarfsgemeinschaften, die bereits im Januar 2005 ALG II bezogen, auch Ende 2005 noch drei Viertel auf die staatliche Unterstützung angewiesen.
Insgesamt sei die Zahl der Bedarfsgemeinschaften inzwischen aber wieder rückläufig. Sie kletterte von Januar 2005 bis Juni 2006 um 780.000 auf 4,11 Millionen und ging seither auf 3,6 Millionen zurück. Davon waren etwa 2,5 Millionen Menschen arbeitslos, knapp die Hälfte davon länger als ein Jahr. Zu einer Bedarfsgemeinschaft werden alle in einem Haushalt lebenden Personen einschließlich Kinder unter 25 Jahren zusammengefasst. (nz)