Höhere Steuer «Programm für Schwarzarbeit»
«Der rückläufige Trend bei der illegalen Beschäftigung in Deutschland wird damit beendet sein.» Durch die Erhöhung der Steuer um drei Punkte auf 19 Prozent im kommenden Januar «werden Putzfrau, Friseuse, Maler und Fliesenleger teurer», sagte Schneider. Viele Anbieter dieser Dienst- und Handwerksleistungen wanderten in die illegale Beschäftigung ab. Der seit drei Jahren andauernde Rückgang bei der Schwarzarbeit sei somit nur eine «Delle» gewesen.
«Zwei Drittel des schwarz verdienten Geldes werden sofort wieder ausgegeben - und zwar für Dinge, die man sich sonst nicht leisten würde», sagte Schneider, «man arbeitet nicht schwarz fürs Sparbuch.» Diese «entfesselte Kaufkraft» stütze die deutsche Konjunktur, dort wo sie es am Nötigsten habe bei der Nachfrage im eigenen Land. Viele Arbeiten würden, wenn nicht am Staat vorbei, gar nicht erbracht werden.
Die Politik dürfe aber nicht mit «Krafthuberei» und härteren Strafen reagieren. «Sie muss den Anreiz schaffen, die illegale Arbeit in die offizielle Wirtschaft zu bringen», sagte Schneider. Das sei beispielsweise möglich, indem die Lohnnebenkosten gesenkt oder für Dienstleistungen oder Handwerksarbeiten nur ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz erhoben werde. «Die Steuerausfälle würden durch einen Boom in der offiziellen Wirtschaft ausgeglichen.» (nz)

