Diskussion um ALG-Einschnitte entzweit Union
11.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Die bisher diskutierten Modelle zu Kombi- oder Mindestlöhnen liefen auf mehr staatliche Eingriffe hinaus und seien deshalb falsch, sagte Althaus der «Berliner Zeitung». Die vorhandenen Niedriglohnjobs würden deshalb nicht angenommen, weil sie die Existenz nicht sichern könnten. Deshalb müsse der Anreiz, Arbeit aufzunehmen, erhöht werden. «Die Einkommen, die sich über Hartz-IV-Leistungen, Zuschläge und Wohnungsgeld erzielen lassen, sind oft zu hoch», kritisierte er. Viele Menschen würden sich zu Recht beschweren, dass Arbeitslose oftmals genauso viel oder mehr Geld hätten.
Mit einer Lockerung der Zuverdienst- Möglichkeiten könnte sich Brauskiepe allerdings anfreunden. «Die Richtung stimmt: Bei geringem Hinzuverdienst soll weniger anrechnungsfrei gelassen werden, bei höherem Hinzuverdienst soll dagegen großzügiger verfahren werden», meinte er.
SPD-Arbeitsmarktexperte Klaus Brandner sieht keine Notwendigkeit, die Arbeitsanreize für Langzeitarbeitslose zu erhöhen. «Die bestehenden Ein-Euro-Jobs erfreuen sich großer Resonanz, ich sehe keinen Mangel an Arbeitsbereitschaft», sagte der SPD-Abgeordnete der «Thüringer Allgemeinen». Auch eine Neuregelung der Zuverdienst- Möglichkeiten sei verfrüht: «Die aktuellen Verdienstgrenzen sind erst seit April 2006 endgültig in Kraft - es gibt absolut noch keine Daten dazu, welche Wirkung sie haben.» (nz)

