Wirtschaft für deutliche Kürzung des ALG II
08.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Am Freitag wird der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein Sondergutachten zu Kombi-Löhnen vorstellen. Die darin enthaltenen Vorschläge sind jedoch schon bekannt: Das Gremium schlägt vor, das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent zu kürzen und gleichzeitig die Hinzuverdienst- Möglichkeiten deutlich auszuweiten. Wer nichts hinzuverdienen kann, soll verpflichtet werden, eine gemeinnützige Tätigkeit aufzunehmen. Die so genannten Wirtschaftsweisen erhoffen sich so 350.000 zusätzliche Arbeitsplätze.
Für Börner muss es aber gerade eine sehr deutliche Kürzung sein, um einen Erfolg am Arbeitsmarkt zu erzielen: «Ein Absenken der staatlichen Unterstützung unter das Existenzminimum ist genau der richtige Weg», betonte er. «Die Aufstockung würde über Kombilöhne geschehen, die nicht an die Unternehmen fließen, sondern direkt an den einzelnen Arbeitnehmer ausgezahlt werden.»
Derzeit werden nach Ansicht von Börner niedrig bezahlte Jobs «gar nicht angeboten, weil die Unternehmen wissen, dass sie keiner annimmt». Aufgrund der hohen Transferzahlungen seien Niedriglohnjobs für Arbeitslose «unattraktiv». Er glaubt jedoch nicht daran, dass die Politik willens ist, einen solchen Schritt zu gehen: «Die Gesellschaft in Deutschland ist auch noch nicht reif für einen solchen Schritt das verstehen die Leute noch nicht», glaubt Börner. (nz)

