DGB will Niedriglohnsektor abschaffen
06.09.2006
Herausgeber: netzeitung.de
DGB-Chef Michael Sommer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Der DGB fordert, die Hinzuverdienst- Möglichkeiten beim Arbeitslosengeld II einzuschränken. Damit entstehe ein «riesiger Kombi- Schwarzarbeitsmarkt», kritisierte DGB-Chef Sommer.
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat sich strikt gegen eine Absenkung des Arbeitslosengeldes II (ALG II) um 30 Prozent ausgesprochen. «Das ist die Fortsetzung der Perversion», sagte der Gewerkschaftschef am Mittwoch im Deutschlandradio Kultur.
Der Staat zahle dann für einen Großteil der Arbeitgeber im Niedriglohnbereich die Löhne, und die Arbeitnehmer würden trotzdem weiterhin nicht von ihrem Arbeitseinkommen leben können. Der Niedriglohnsektor müsse insgesamt abgeschafft werden, verlangte Sommer.
Kombilohn ist ein «Skandal»Der DGB-Chef forderte zudem eine Absenkung der Zuverdienstmöglichkeiten beim ALG II. Durch die geltende Regelung, die es erlaubt 165 Euro hinzuzuverdienen, sei ein «riesiger Kombi-Schwarzarbeitsmarkt» entstanden. Es gebe mittlerweile erste Zeitungsanzeigen, in denen Arbeitgeber «165-Euro-Arbeitsverhältnisse anbieten».
Sommer zufolge ist das «ein Skandal», weil so dauerhaft ein Kombilohnmarkt geschaffen werde, «wo der Staat den Hauptteil des Lohnes bezahlt». Sommer verlangte dagegen, gezielte Kombilohnmodelle für ältere Arbeitslose zu entwickeln.
Ausbildung fördernGleichzeitig unterstrich der Gewerkschafter die Forderung des DGB, einen Teil des Überschusses der Bundesanstalt für Arbeit (BA) für ein Ausbildungsprogramm einzusetzen. 50.000 Jugendlichen, die seit langem eine Lehrstelle suchten, solle eine überbetriebliche Ausbildung ermöglicht werden, verlangte Sommer. «Das kostet 650 Millionen Euro.» Die BA rechnet für 2006 mit einem Haushaltsüberschuss von 8,8 bis 9,6 Milliarden Euro. (nz)