SPD schließt Kürzung von ALG II aus
Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» über ein bisher noch nicht veröffentlichtes Sondergutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berichtet. Die Wirtschaftsweisen fordern demnach, das ALG II um 30 Prozent zu kürzen und gleichzeitig die Hinzuverdienstmöglichkeiten deutlich auszuweiten.
«Eine Politik des 'Hängt den Brotkorb höher' wird es mit der SPD nicht geben», stellte Stiegler klar. Noch in diesem Jahr will sich die Große Koalition mit einer erneuten Revision des Hartz-IV-Gesetzes beschäftigen. Zu einer Ausweitung der Hinzuverdienst- Möglichkeiten wollte sich Stiegler nicht äußern: «Wir müssen erst den Evaluierungsbericht abwarten», sagte er lediglich. Er soll in den kommenden Monaten vorgelegt werden.
Mit den Vorschlägen solle «nur versucht werden, Arbeitslose als faul darzustellen», kritisierte sie. Das sei aber nicht der Fall: «Die Arbeitsagenturen könnten die doppelte Zahl von Ein-Euro-Jobs bereitstellen es würde nicht ausreichen, den Ansturm zu befriedigen», argumentierte die Grünen-Politikerin. «Und Ein-Euro-Jobs sind wahrlich keine lukrativen Arbeitsplätze», fügte Pothmer hinzu.
Die Fachpolitikerin rügte zudem, dass der Sachverständigenrat nicht sage, «wo die ganzen gemeinnützigen Stellen herkommen sollen». Die Grünen-Politiker forderte stattdessen, «die Lohnnebenkosten im Niedriglohnsektor deutlich zu reduzieren und über Steuern zu finanzieren». Dadurch werde «die Schaffung von neuen Arbeitsplätze in diesem Segment deutlich attraktiver», sagte Pothmer. (nz)

