Regierung sieht keinen Grund für Reform-Stopp
02.08.2006
Herausgeber: netzeitung.de
In Deutschland entstünden neue Arbeitsplätze, da sich angesichts wachsender Produktivität, größerer Weltmarktanteile und steigender Gewinne das Wachstumspotenzial der deutschen Volkswirtschaft erhöht habe. Dabei lobte Beck ausdrücklich die Bemühungen der SPD seit ihrer Beteiligung an der Bundesregierung vor acht Jahren: «Viele haben in den vergangenen Jahren Deutschland abgeschrieben und ein Ende der sozialen Marktwirtschaft gefordert. Wir haben uns hingegen entschieden, das Modell Deutschland zu erneuern.»
«Den dauerhaften Ausschluss von gering Qualifizierten, Langzeitarbeitslosen, Älteren oder von jungen Berufseinsteigern mit Hauptschulabschluss dürfen wir nicht hinnehmen», mahnte Beck. Ein «zentraler Prüfstein» im Herbst sei die Zahl der Ausbildungsplätze, bei der die aktuelle Statistik keine Entspannung zeige. «Das Wachstum der Wirtschaft muss einen Zuwachs der Ausbildungsplätze nach sich ziehen, wenn der Aufschwung von Dauer sein soll.»
Als besonders positiv hob Merkel hervor, «dass wir endlich wieder mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze haben». Das sei «aber kein Grund, mit unseren Anstrengungen für mehr Wachstum und Arbeitsplätze inne zu halten». Die Regierung werde die Reformen «konsequent weiterführen». Erst kürzlich hatte die Kanzlerin angekündigt, nach der Sommerpause die Hartz-IV-Reform grundlegend zu überarbeiten.
Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Dirk Niebel, warf der Bundesregierung hingegen vor, sie habe «am wenigsten dazu beigetragen, dass die Arbeitslosigkeit geringfügig gesunken ist». Vom leichten Anstieg bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen hätten die Langzeitarbeitslosen bisher überhaupt nicht profitiert. (nz)

