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Verdi kritisiert Marburger Bund scharf

21. Jun 2006 08:46
Streikende Ärtze
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Sollten die kommunalen Ärzte deutlich mehr Gehalt durchsetzen, will Verdi das nicht hinnehmen: Die Gewerkschaft wirft dem Marburger Bund vor, Tarifpolitik zu Lasten anderer Berufsgruppen zu machen.

Der Drohung des Marburger Bundes mit einem Ärztestreik an den kommunalen Krankenhäusern hat bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi heftige Kritik hervorgerufen. Sollten die Arbeitgeber der Forderung der Ärzte nach deutlich mehr Gehalt nachkommen, werde seine Gewerkschaft eine «satte Forderung» stellen, warnte der niedersächsische Verdi-Chef Wolfgang Denia in der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (HAZ). «Wenn es einen Verteilungsspielraum gibt, sollen alle Krankenhausbeschäftigten davon profitieren.»

Dem Marburger Bund warf der Verdi-Funktionär vor, Tarifpolitik zu Lasten anderer Berufsgruppen zu machen. Denia sprach von einem «Akt der Unmoral» der Ärztegewerkschaft.

«Schwierige Rahmenbedingungen»

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Denia bekräftigte die Auffassung, dass Verdi den auch für die kommunalen Kliniken geltenden Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst im Jahr 2005 unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschlossen habe.

Angesichts der Einsparungen im Gesundheitswesen befänden sich viele Krankenhäuser in einer schwierigen Phase, so dass Verdi in zahlreichen Notlagentarifverträgen sogar Gehaltseinbußen zugestimmt habe. Falls die Finanzlage weiterhin schlecht sei, klammere der Marburger Bund die wirtschaftlichen Bedingungen völlig aus.

Arbeitskampf droht

Der Marburger Bund hatte die Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern am Dienstag für gescheitert erklärt. Jetzt soll in einer Urabstimmung über einen Streik entschieden werden. Die Ärzte-Gewerkschaft will deutliche Gehaltsverbesserungen für die bundesweit 70.000 Ärzte durchsetzen.

Stimmen drei Viertel der Teilnehmer mit Ja, beginnt am Montag kommender Woche der Ausstand. Er werde in seinen Auswirkungen «mit Sicherheit problematischer» als die Arbeitsniederlegungen an den Unikliniken, kündigte der Chef des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, an. Mit den Ländern hatte der Marburger Bund in der vergangenen Woche einen Kompromiss gefunden. (nz)

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