17.06.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Ärzteprotest in Berlin
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die Kommunen sehen sich nicht im Stande, den zwischen Marburger Bund und den Ländern ausgehandelten Ärzte-Tarif zu übernehmen. Ärzte an städtischen Kliniken bekämen ohnehin schon mehr als die Kollegen in den Landeskrankenhäusern.
Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sieht in dem Tarifkompromiss für Uni-Ärzte kein Vorbild für die Bezahlung der Mediziner in kommunalen Krankenhäusern. Die Situation in kommunalen Hospitälern sei vollkommen anders als an den Uni-Kliniken, sagte Landsberg am Samstag im Radiosender NDR Info. Die von den Kommunen angestellten Mediziner verdienten ohnehin jetzt schon mehr als bislang die Uni-Ärzte, die von den Bundesländern bezahlt werden.
Zudem gebe es in den kommunalen Krankenhäusern weniger Bereitschaftsdienste, erklärte Landsberg weiter. Die Arbeitssituation für Ärzte dort sei also leichter. Darüber hinaus hätten die Städte und Gemeinden mit ihren 70.000 Ärzten wesentlich mehr Angestellte zu bezahlen als die Uni-Kliniken mit ihren 22.000 Medizinern. Die Kommunen seien überdies in einer «ungleich dramatischeren Finanzlage» als die Bundesländer. Deswegen könnten Vereinbarungen, wie sie für die Uni-Kliniken getroffen worden seien, nicht einfach übertragen werden. «Ich gehe davon aus, dass der Marburger Bund das auch so sieht.»
Für die Ärzte an Uni-Kliniken hatte die Ärztegewerkschaft Marburger Bund mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder unter anderem deutlich höhere Gehälter für Berufseinsteiger vereinbart. Zudem soll es für Bereitschaftsdienste an Feiertagen einen Zuschlag von 25 Prozent geben. (nz)