SPD-Linke greift CDU im Hartz-Streit an
31.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Für Rossmann trägt die CDU die Verantwortung für Hartz IV «über den Vermittlungsausschuss zu 100 Prozent mit». Durch ihre Vorschläge sei die Reform noch «drastisch verschlechtert» worden, fügte er an und nennt als Beispiel das «Chaos bei den Optionskommunen».
Der SPD-Politiker Rossmann wandte sich auch gegen die Behauptungen aus der CDU, Hartz drohe zu einem «Milliardengrab» zu werden. In diesem Jahr erwartet die Koalition zwei bis drei Milliarden Euro Mehrkosten.
Nach Ansicht von Rossmann könne jedoch «nicht von einer Kostenlawine» gesprochen werden. «Der Bund hat nur das gemacht, was auch in der Union seit langem gefordert wird: Die Kommunen entlastet.» Dass die CDU das Kostenargument jetzt nutze, um die Bezüge der Arbeitslosen kürzen zu können, sei «arbeitslosenfeindlich».
CDU-Generalsekretär Volker Kauder forderte von den Arbeitslosen eine Gegenleistung: «Es darf nicht der Eindruck entstehen, in Deutschland bekommt man als Arbeitsfähiger eine Grundsicherung und kann den ganzen Tag im Bett liegen bleiben», sagte Kauder. Es müsse «jeder, der Leistungen nach Hartz IV erhält, etwas tun für die Gesellschaft».
Rossmann warf der CDU dagegen vor, während der Bundestagswahl behauptet zu haben, Hartz IV wäre «ein Verarmungsprogramm» für Deutschland. «Die Chamäleon-Politik spricht nicht für die Seriosität der CDU», kritisierte er. Die CDU müsse ihre «renitenten» Ministerpräsidenten einfangen, forderte der SPD-Linke.
Die Große Koalition hat Anfang des Jahres schon verschiedene Änderungen an den Hartz-Gesetzen beschlossen. Junge Erwachsene unter 25 Jahren, die noch bei den Eltern wohnen, bekommen demnach höchstens 276 Euro im Monat. Bei einem Auszug bekommen Sie nur dann Miet- und Heizkosten von der Arbeitsagentur erstattet, wenn sie zuvor eine Genehmigung für den Auszug bei der Arbeitsagentur eingeholt haben.
Für das Web ediert von Marcus Gatzke

