Union lässt bei Hartz-IV-Kürzung nicht locker
Sie forderte in der «Berliner Zeitung» schärfere Sanktionen für arbeitsunwillige Langzeitarbeitslose, eine Streichung von Zuschlägen, Pauschal-Zahlungen bei den Unterkunftskosten sowie regional differenzierte Regelsätze. Auch eine grundsätzliche Absenkung des Arbeitslosengeldes (ALG) II schloss Stewens nicht aus.
Der CSU-Arbeitsmarktexperte Max Straubinger sagte der «Passauer Neuen Presse», das Schonvermögen sei viel zu hoch. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit Anspruch auf Arbeitslosengeld II solle verkleinert werden, indem der Freibetrag für nicht für die Altersversorgung angelegtes Vermögen weiter reduziert werde. Auch solle das zusätzliche Überbrückungsgeld gekürzt werden.
Mit ihren Forderungen stoßen die Unionspolitiker auf Widerstand beim Koalitionspartner im Bund, der SPD: «Es liegt nicht an den Gesetzen, sondern im Grunde an der Umsetzung der Gesetze», sagte Struck bei der Konferenz der SPD- Fraktionsvorsitzenden am Dienstag in München. Das Arbeitslosengeld II von derzeit 345 Euro werde nicht reduziert. «Das wird überhaupt nicht in Frage gestellt.» Struck forderte stattdessen eine bessere Kontrolle und Prüfung der Ansprüche. Bereits am Montag hatte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) Leistungskürzungen abgelehnt.
Zudem will Müntefering die Bedarfsgemeinschaften und eheähnlichen Partnerschaften neu definieren. «Da wird die Beweislast bei denen sein, die die Anträge stellen», kündigte der Arbeitsminister an. Er rede nicht von Missbrauch, «aber manche haben das Gesetz schon gedehnt, und das kann nicht sein». (nz)

