BA will Jobcenter straffer führen
22.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Wartende in der Arbeitsagentur
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Um die Jobcenter besser kontrollieren zu können, sollen sie enger an die Arbeitsagenturen gebunden werden. Das Kernproblem bleibt für die BA aber ungeklärt - wer in den Jobcentern das Sagen hat.
Nach der Kritik an der Arbeit der Jobcenter will die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihren Einfluss auf die Betreuung von Langzeitarbeitslose verstärken. Dabei sollen sich vor allem die Leiter der örtlichen Arbeitsagenturen um eine größere Effizienz der Arbeitsgemeinschaften aus Kommunen und BA die gemeinsam Träger der Jobcenter sind , bemühen, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt am Montag in Nürnberg. Die Agenturchefs sollen in den kommenden Monaten mit einem Führungsstab ausgestattet werden, erläuterte Alt. Dieser soll die Arbeit der Jobcenter intensiver beobachten und begleiten.
Hintergrund ist die massive Kritik an der Arbeit der Jobcenter, die der Bundesrechnungshof (BRH) am Montag in einem Prüfbericht für den Bundestag geübt hatte. Die Prüfer machten darin auf Mängel in der Betreuung von Langzeitarbeitslosen aufmerksam. So werde in den Jobcentern nicht ausreichend geprüft, ob die Arbeitslosen tatsächlich Anspruch auf staatliche Hilfen hätten. Überdies komme die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zu kurz. Die Kritik treffe indes nicht die BA diese habe vor Ort nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten in die Arbeit der Jobcenter, hieß es.
Mehr KontrolleDen Missständen will die BA nunmehr mit strafferen Führungsstrukturen begegnen. Laut BA-Vorstand Alt überträgt die Bundesagentur dazu Controlling-Verfahren auf die Jobcenter der Arbeitsgemeinschaften. «Das bringt Transparenz und Wettbewerb ins System», sagte Alt. Zudem wolle die BA für jedes Center eine Zielvereinbarung abschließen, in der sich die Mitarbeiter zur verstärkten Vermittlung Langzeitarbeitsloser verpflichten.
Mit den Kommunen sei außerdem vereinbart worden, das Personal in den Arbeitsgemeinschaften zu qualifizieren, teilte die BA am Montag in Nürnberg mit. Mehrere tausend befristete Stellen müssten allerdings noch in unbefristete Jobs umgewandelt werden, um personelle Kontinuität zu gewährleisten.
Führung klärenAllerdings sei damit das Kernproblem noch nicht gelöst, warnte die Behörde: Solang Verantwortlichkeiten in den Arbeitsgemeinschaften nicht geklärt seien, bleibe deren Erfolg gefährdet. Hintergrund ist ein seit Monaten andauernder Streit, ob Kommunen oder die BA in den Arbeitsgemeinschaften die Führung übernehmen sollen. Die BA bot dazu an, die Führung in jenen Arbeitsgemeinschaften wahrzunehmen, wo die Kommunen dazu nicht bereit seien. (nz)