Müntefering lehnt ALG-II-Kürzung ab
22.05.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Der Minister verwahrte sich gegen Stimmen, die «undiszipliniert herumrufen, es muss alles noch mehr sein». Dennoch kündigte er an, die Kontrollen bei Bedarfsgemeinschaften und Schwarzarbeit zu verschärfen: «Wir werden dafür sorgen, dass in Zukunft solche, die als neue Bedarfsgemeinschaften bei Arbeitslosengeld II sich melden, vom ersten Tag an ganz strikt begleitet werden. Das heißt, dass Schwarzarbeit oder anderes nebenher dann auch nicht mehr möglich ist.»
Müntefering reagierte «verwundert» auf die am Wochenende entbrannte Diskussion: Schließlich gebe es ja bereits mehrere Gesetzesnovellierungen, die darauf abzielten, Missbrauch zu bekämpfen. Dabei verwies er vor allem auf das 2005 verabschiedete Änderungsgesetz zum Sozialgesetzbuch II und das in Arbeit befindliche Optimierungs- und Fortschreibungsgesetz. «Das heißt, wir werden im nächsten Jahr etwa vier Milliarden insgesamt sparen», betonte er.
Einem Medienbericht zufolge hat der Bundesrechnungshof bemängelt, die Bundesagentur für Arbeit prüfe nicht gründlich genug, ob Langzeitarbeitslose tatsächlich Anspruch auf Lohnersatzleistungen haben. Zudem seien die Vermittlungsbemühungen nicht ausreichend. (nz)

