netzeitung.deMcDonald's will «McJob»-Image loswerden

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In einer Filiale von McDonald's (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe In einer Filiale von McDonald's
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

McDonald's wehrt sich gegen seinen Ruf als schlechter Arbeitgeber. Eine neue Kampagne soll den negativ behafteten Begriff «McJob» in ein besseres Licht rücken.

Wer Fastfood nichts abgewinnen kann, wird in der Regel mit den beiden Buchstaben «Mc» eher negative Gedanken verbinden. Nicht zuletzt gilt das für den Begriff «McJob»: ein «wenig anregender, niedrig bezahlter Job mit geringen Perspektiven», wie ihn schon vor zwanzig Jahren das angesehene Wörterbuch Oxford English Dictionary definierte.

Ähnlich erklärten auch andere englische Wörterbücher – etwa das Webster's Dictionary – den Begriff. Selbst in die Literatur fand «McJob» Eingang, 1991 in den Roman «Generation X» des kanadischen Autors Douglas Coupland. Auch wenn in allen Definitionen mit einem solchen schlecht bezahlten Job nicht zwangsläufig eine Tätigkeit bei McDonald's gemeint ist – der US-Konzern gilt als Quelle des Begriffs.

Falsche Außen-Wahrnehmung
Gegen die negative Lesart geht McDonald's jetzt vor: Eine groß angelegte Plakat-Aktion in Großbritannien mit dem Slogan «Nicht schlecht für einen McJob» soll von diesem Donnerstag an Abhilfe schaffen. «Die bestehende Definition von 'McJob' ist überholt», sagte der für Personal in Nordeuropa zuständige Vizepräsident, David Fairhurst, wie englische Medien berichteten. «Es gibt eine riesige Kluft zwischen der Wahrnehmung von außen und der innerbetrieblichen Wirklichkeit, für McDonald's zu arbeiten.»

Der Ruf des Unternehmens als Arbeitgeber sei schlichtweg «ungerechtfertigt», meint Fairhurst. Deshalb gehe die neue Kampagne die Betrachtungsweise von Jobs bei McDonald's «frontal» an, um die Vorurteile über die Jobperspektiven im Fastfood-Konzern zu bekämpfen. Ziel sei es, die Konsumenten davon zu überzeugen, dass ein Job bei McDonald's keine schlechte Arbeit bedeutet.

Kein Erfolg gegen Wörterbuch-Eintrag
Die insgesamt 18 verschiedenen Postermotive heben deshalb die Chancen, Arbeitsbedingungen und andere Vorteile hervor, die das Arbeiten bei McDonald's mit sich bringe. So heißt es auf einem Plakat: «McProspects [McAussichten] – über die Hälfte unseres Managementteams startete [die Karriere] in unseren Restaurants. Nicht schlecht für einen McJob.» Ein anderes Plakat weist auf «zwei Gehaltsüberprüfungen» schon im ersten Berufsjahr hin, ein drittes auf die Flexibilität der Arbeitszeiten.

Die Plakate sollen von Donnerstag an in 1200 britischen McDonald's-Restaurants aufgehängt werden. Erwogen wird zudem, die Image-Kampagne auf andere Medien auszudehnen. Neu ist der Kampf von McDonald's gegen «McJob» indes nicht: Schon der frühere Konzernchef Jim Cantalupo sagte, die Wahrnehmung der Tätigkeit als stumpfsinnig und perspektivlos sei «inakkurat» und «ein Schlag ins Gesicht» aller beim Konzern Beschäftigter. Vor drei Jahren ging der Konzern indes erfolglos gegen einen entsprechenden Eintrag von «McJob» im US-Wörterbuch Merriam-Webster's Collegiate Dictionary vor.


Für das Web ediert von Matthias Breitinger