netzeitung.deDeutsche arbeiten länger für weniger Geld

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Großraumbüro. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Großraumbüro.
Foto: dpa
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Im vergangenen Jahr wurde nur ein kleiner Teil der Überstunden bezahlt. Davon sind vor allem Höherqualifizierte betroffen.

Die Anzahl der geleisteten Überstunden in Deutschland hat sich seit Anfang der 90er Jahre leicht erhöht. Bei Vollzeitbeschäftigten übersteigt die tatsächliche Arbeitszeit den Umfang der vertraglich geregelten Wochenstunden um durchschnittlich zweieinhalb Stunden, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Grundlage der Analyse sind die repräsentativen Daten des vom DIW in Zusammenarbeit mit Infratest Sozialforschung erhobenen sozio- ökonomischen Panels (SOEP).

Wie es weiter hieß, werden diese Überstunden in der Regel nicht bezahlt, sondern mit Freizeit abgegolten oder gar nicht kompensiert. Das DIW sieht durch dieses Ergebnis den «Trend in Richtung flexiblerer Arbeitszeiten» bestätigt. Bei immer mehr Berufen stehe die Erfüllung bestimmter Aufgaben und nicht die vertragliche Arbeitszeit im Vordergrund, so die Forscher.

Für Vollzeitbeschäftigte in Westdeutschland ist der Anteil der bezahlten an den gesamten Überstunden von fast 50 Prozent zu Anfang der 90er Jahre auf 15 Prozent im Jahre 2005 gesunken. Auch in Ostdeutschland wurde die bezahlte Mehrarbeit in ihrer Bedeutung vor allem von den mit Freizeit kompensierten Überstunden abgelöst, wie es weiter hieß.

Sowohl die Häufigkeit als auch die durchschnittliche Anzahl der Überstunden ist für niedrigqualifizierte Arbeiter am geringsten. Dagegen leisten mehr als 60 Prozent der hochqualifizierten Angestellten Überstunden - in der Regel ohne direkte Entlohnung. (nz)