Streik sorgt für kostenfreies Parken
Der Ausstand gegen längere Arbeitszeiten im Öffentlichen Dienst soll nach Angaben der Gewerkschaft punktuell fortgesetzt werden. Vor allem die Arbeitgeber sollen die Auswirkungen spüren – nicht mehr die Bürger, hieß es. Verdi will unter anderem die so genannten Vollzugsdienste der Gemeinden lahm legen. Das bedeutet zum Beispiel, dass in einigen Kommunen keine Knöllchen mehr verteilt werden können. Das belastet die Stadtkassen.
Unterdessen hat der frühere ÖTV-Vorsitzende Herbert Mai das Vorgehen von Verdi scharf kritisiert. Der Verhandlungsprozess sei von Anfang an falsch geführt worden. «Normalerweise versucht man vorher zu verhandeln und eine Lösung zu finden», sagte Mai dem Magazin «Stern». Mai war von 1994 bis 2000 Chef der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), die beim Zusammenschluss mehrerer Gewerkschaften in Verdi aufging.
In der derzeitigen Situation wollte er nicht mit dem Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske tauschen, betonte Mai. Am Ende der Auseinandersetzung könne nur ein Kompromiss stehen. Diesen bei den Gewerkschaftsmitgliedern zu vertreten, «wird nicht einfach».
Für den Fall, dass sich die Tarifparteien nicht auf einen Kompromiss einigen können, befürchtet Mai eine Spaltung der kommunalen Arbeitnehmer. Angestellte und Arbeiter im Öffentlichen Dienst würden dann wie bisher 38,5 Stunden in der Woche arbeiten. Jeder, der neu eingestellt werde, müsse aber 40 Stunden akzeptieren. «Das kann nicht im Interesse von Verdi sein», sagte Mai. (nz)
