20.03.2006
Herausgeber: netzeitung.de
Zimmermädchen
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Die britische Regierung hat den Mindestlohn um fast einen halben Euro erhöht. Statt Arbeitsplatzabbau sind seit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohn auf der Insel zusätzliche Jobs entstanden.
In Großbritannien wird der Mindestlohn weiter angehoben. Wie die Labour-Regierung von Premierminister Tony Blair am Montag in London mitteilte, müssen die Arbeitgeber künftig pro Arbeitsstunde mindestens 5,35 Pfund Sterling (7,71 Euro) zahlen. Das sind umgerechnet 0,43 Euro mehr als bisher.
Die Neuregelung tritt den Angaben zufolge im Oktober des laufenden Jahres in Kraft. Dem Arbeitsministerium zufolge sind rund 1,3 Millionen Beschäftigte von der neuen Mindestzahlung betroffen, zumeist Frauen.
Mindestlohn seit 1999Der gesetzliche Mindestlohn wurde in Großbritannien 1999 von der Labour-Regierung eingeführt und seither um 40 Prozent erhöht. Die Arbeitslosigkeit sank im gleichen Zeitraum um 25 Prozent. Im Unterschied zu den Warnungen der britischen Arbeitgeber ist die Zahl der Billig-Arbeitsplätze seither nicht zurückgegangen, sondern deutlich gestiegen. Die Einhaltung des Mindestlohns wird streng überwacht.
In 19 von 25 EU-Ländern gibt es einen Mindestlohn. In Frankreich, Irland und den Benelux-Staaten liegt der gesetzliche Stundenlohn laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zwischen 7,36 und 8,69 Euro. In den südeuropäischen Staaten pendelt er demnach zwischen 2,62 Euro und 3,86 Euro. In Mittel- und Osteuropa reiche er von 0,67 Euro bis 1,58 Euro. In Deutschland befürwortet der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen Mindestlohn von 7,50 Euro in der Stunde. (nz)