20. Jan 2006 13:41
Der Vorstand der IG Metall hat sich wie erwartet auf eine Lohn-Forderung für die kommende Tarifrunde geeinigt. Gesamtmetall warnte unterdessen zum wiederholtem Mal vor überzogenen Erwartungen.
Die IG Metall geht mit der Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie. Das beschloss der Vorstand laut Agenturberichten am Freitag in Frankfurt am Main. Die Verhandlungen, die regional geführt werden, beginnen am 8. Februar in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Die Lohn- und Gehaltstarifverträge laufen Ende Februar aus. Die Friedenspflicht endet vier Wochen später in der Nacht zum 29. März. Von diesem Zeitpunkt an kann die IG Metall zu Warnstreiks aufrufen.
Die Gewerkschaft stellt sich auf eine schwierige Auseinandersetzung ein. IG-Metall-Chef Jürgen Peters warf den Arbeitgebern vor, in ihren Reihen falsche Erwartungen über die Verzichtsbereitschaft der Beschäftigten zu wecken.Damit arbeiteten sie «systematisch auf einen Konflikt hin». Peters kritisierte, dass einzelne Arbeitgeber bereits Erhöhungen von 1,2 Prozent für zu hoch hielten. «Das glaubt doch kein Mensch, dass wir die Tarifrunde auf diesem Niveau abschließen», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende.
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, erneuerte unterdessen seine Warnung vor zu hohen Lohnabschlüssen: «Wir müssen mit Personalabbau und Produktivitätssteigerung auf Kostenerhöhungen im Bereich von Löhnen, Material und Energie reagieren», sagte er der «Berliner Zeitung». Wer dies nicht mache, «der geht mit seinen Arbeitsplätzen unter».Eine Stärkung der Binnenkonjunktur «lässt sich in einem globalisierten Umfeld und bei tiefer Kluft zwischen Brutto und Netto nicht mit einer Erhöhung der Bruttolöhne über den Produktivitätszuwachs hinaus erzwingen», sagte er.
Kannegiesser hatte zuvor schon angekündigt, kein Angebot für eine Lohnanhebung vorzulegen. Gleichzeitig hatte er jedoch betont, dass eine Lohnerhöhung nur in Höhe des Produktivitätszuwachses möglich sei. Das käme einer Senkung der Reallöhne gleich, da die Inflation derzeit deutlich über dem Produktivitätsanstieg liegt. (nz)