netzeitung.deGesamtmetall fürchtet um Arbeitsplätze

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Martin Kannegiesser (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Martin Kannegiesser
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Gesamtmetall-Chef Kannegiesser hat die IG Metall vor den Tarifverhandlungen erneut vor hohen Lohnforderungen gewarnt. Höhere Gehälter könnten die Binnenkonjunktur nicht beleben.

Im Vorfeld der Tarifrunde in der Metallindustrie hat Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser die IG Metall vor hohen Lohnforderungen gewarnt. Die Gewerkschaften würden mit einer solchen Verhandlungshaltung Arbeitsplätze gefährden, sagte der Chef des Arbeitgeberverbandes der «Berliner Zeitung» am Freitag.

«Wir müssen mit Personalabbau und Produktivitätssteigerung auf Kostenerhöhungen im Bereich von Löhnen, Material und Energie reagieren», meinte Kannegiesser. «Wer dies nicht tut, der geht mit seinen Arbeitsplätzen unter».

«Tiefe Kluft zwischen Brutto und Netto»
Das Argument der Gewerkschaft, hohe Lohnsteigerungen würden die Kaufkraft der Beschäftigten und damit die Binnenkonjunktur stärken, wies der Arbeitgebervertreter zurück. «In einem globalisierten Umfeld und bei tiefer Kluft zwischen Brutto und Netto» lasse sich eine stärkere Binnenkonjunktur nicht durch eine Erhöhung der Bruttolöhne über den Produktivitätszuwachs hinaus «erzwingen».

Die IG Metall beschließt am Freitag ihre Forderung für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie. Alle Bezirke hatten sich für Einkommenserhöhungen von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten ausgesprochen. Der Gewerkschaftsvorstand wird sich am Freitag voraussichtlich dieser Forderung anschließen.

Verhandlungen beginnen im Februar
Zum Forderungspaket für die rund 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche dürfte auch ein Tarifvertrag zur Qualifizierung und Innovation gehören. Zudem wollen die Arbeitnehmervertreter eine Verlängerung der vermögenswirksamen Leistungen erreichen.

Die Verhandlungen beginnen am 8. Februar in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Sie werden regional geführt. Die Gewerkschaft rechnet mit einer schwierigen Auseinandersetzung. IG-Metall-Chef Jürgen Peters warf den Arbeitgebern vor, falsche Erwartungen über die Verzichtsbereitschaft der Beschäftigten zu wecken. Damit arbeiteten sie «systematisch auf einen Konflikt hin», kritisierte er.

An 1,2 Prozent «glaubt kein Mensch»
Einzelne Arbeitgeber hielten bereits Erhöhungen von 1,2 Prozent für zu hoch, betonte Peters. «Das glaubt doch kein Mensch, dass wir die Tarifrunde auf diesem Niveau abschließen», sagte der Gewerkschaftsvorsitzende.

Die laufenden Tarifverträge laufen Ende Februar aus. Vier Wochen später, am 29. März, endet die Friedenspflicht. Ab diesem Zeitpunkt kann die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen. (nz)