Wachstum 2006 zu gering für neue Jobs
Mit einem Wirtschaftswachstum von rund 1,5 Prozent in diesem Jahr werde es gelingen, «die Beschäftigungszahlen zu stabilisieren», meinte der BDI-Chef. Einen wirklichen Zuwachs bei den Arbeitsplätzen werde aber erst ab einem Wachstum von vier bis fünf Prozent realistisch. Der Industrie-Präsident riet, sich an den globalen Wachstumsmärkten zu orientieren.
Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hatte am Mittwoch vor zu großen Hoffnungen auf sinkende Arbeitslosigkeit gewarnt. Weder im laufenden Jahr noch 2007 würden mehr Arbeitsplätze geschaffen als wegfallen, sagte der Chefvolkswirt des Verbandes, Axel Nitschke. Allerdings werde 2006 der Abbau von Beschäftigung zu Ende gehen.
In der Metallbranche zeichnet sich allerdings eine harte Tarifrunde ab: Die IG Metall will bis zu fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt fordern, während der Arbeitgeberverband Gesamtmetall von einem Verteilungsspielraum von maximal 1,2 Prozent spricht und einen realen Einkommensrückgang nicht ausschließt.
Thumann sagte weiter, er wünsche sich «deutlich mehr Rücksicht auf die differenzierte Ertragssituation» der Unternehmen. «Wir brauchen differenzierte Lohnabschlüsse für die global aufgestellten Unternehmen, die auch international die Märkte bedienen und zwischen den kleinen und Familien-Unternehmen, deren Lage keineswegs rosig ist», forderte der BDI-Präsident. In diesem Zusammenhang ermunterte er die Tarifparteien und die Politik, «die Bahn freizumachen für mehr betriebliche Bündnisse, um flexiblere Tarifregelungen zu ermöglichen». (nz)

